Viel Lärm um Nichts

Joss Whedon ist dem Film- und Fernsehpublikum bisher vor allem als Drehbuchautor und/oder Produzent von innovativen, wunderbaren Serien wie Buffy- Im Bann der Dämonen und unterhaltsamen Filmen wie Marvel´s The Avengers ein Begriff geworden. Nun hat sich Whedon, der immer wieder mit denselben SchauspielerInnen zusammen arbeitet und, so scheint es, so ziemlich alles was er anfasst in vielfachem Sinne zu Gold macht, an einen überaus klassischen Stoff gewagt und: er hat gewonnen. Obwohl er auch was die filmische Historie dieser Geschichte betrifft, in große Fußstapfen tritt (Kenneth Branaghs Version aus 1993). Whedon siedelt die Komödie mit ernsten Untertönen in einer Upper-Class-Gesellschaft der heutigen Zeit an und drehte den Film in nicht einmal zwei Wochen an jenem vertrauten Ort, an dem er regelmäßig mit Freunden Shakespeare-Lesungen abhält: seinem eigenen Haus. Sowohl an der Story als auch an der Sprache hat sich kaum etwas geändert: Leonato, der Gouverneur von Messina empfängt in seinem Haus die erfolgreichen Heimkehrer eines Feldzuges, allen voran Benedikt, Claudio und Don Pedro, der seinen bisher verfeindeten Stiefbruder Don Juan besiegt und quasi unter Hausarrest gestellt mit nach Messina bringt. Während Benedikt und Beatrice, Leonatos Nichte, wieder ihren altbekannten Kampf der Geschlechter aufnehmen, verliebt sich Claudio in Leonatos Tochter Hero. Die beiden bekommen Leonatos Segen und einer Heirat steht nichts mehr im Wege, wäre da nicht Don Juan der eine hinterhältige Intrige inszeniert um das Glück des jungen Paares zu zerstören und sich an seinem Bruder zu rächen. Die wahren Helden des Stückes, wie auch des Filmes sind allerdings Benedikt und Beatrice die sich in geistreichen Dialogen bekriegen, hier wunderbar besetzt mit Alexis Denisof und Amy Acker. Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass die beiden eine gemeinsame Vergangenheit in Form einer Affäre haben, wie wir ganz zu Beginn erfahren, was den Dialogen den Beigeschmack einer gewissen Trotzigkeit gibt, die nicht notwendig gewesen wäre. Der Fakt, dass der Film in Schwarz-Weiß gedreht und die Songs in eine großartige moderne Form gebracht wurden, unterstützt die elegante, zeitnahe Optik. Auch die Idee die Figur des Conrade mit einer Frau zu besetzen ist gelungen und spannend, wenngleich Textpassagen wie „I am a gentleman, sir, and my name is Conrade“ dadurch etwas irritieren. Alles in allem ist es ein fein gestalteter Film, gemacht für Shakespeare-Fans.

Credits 

Originaltitel Much Ado About Nothing   Land USA   Filmlänge 109 Minuten   Jahr 2012   Kinostart AUT 10.Oktober 2014   Kinostart USA 07.Juni 2013   Genre Literaturverfilmung   Regie Joss Whedon   Drehbuch Joss Whedon, nach William Shakespeares gleichnamigen Theaterstück   Musik Joss Whedon   Produktion Joss Whedon, Kai Cole, Daniel S. Kaminsky,M. Elizabeth Hughes, Nathan Kelly   Filmstudio Bellwether Pictures   Verleih AUT Polyfilm Verleih   DarstellerInnen Amy Acker, Alexis Denisof, Nathan Fillion, Clark Gregg, Reed Diamond, Fran Kranz, Jilian Morgese, Sean Maher, Spencer Treat Clark, Riki Lindhome, Ashley Johnson   Drehorte Santa Monica, Kalifornien, USA 

www.viellaermumnichts-film.de

Diese Rezension wurde auch in der Oktober-Ausgabe des ray Filmmagazins veröffentlicht

Header: Filmstill © http://thefilmstage.com/news/first-look-nathan-fillion-does-shakespeare-in-joss-whedons-much-ado-about-nothing/

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