KINOJUWELEN: Breitenseer Lichtspiele (AUT)

Das kleine 1 Saal-Kino im 14. Wiener Gemeindebezirk wurde 1905 als Zeltkino von Theresia und Eduard Guggenberger gegründet. Vier Jahre später übersiedelte man in das damals neu errichtete Haus in der Breitenseerstraße 21 und nannte sich von da an Breitenseer Lichtspiele. 1911 wurde das Kino an das Ehepaar Grün verkauft, welches 1930 zum letzten Mal Stummfilme zeigte, um anschließend von Mitte Juli bis Mitte August eine Tonanlage einbauen zu lassen. Am 15.August wurde das Haus als Breitenseer Ton-Kino wieder eröffnet und war von da an Schauplatz vieler Urauffühungen von Sprach- und Tonfilmen.

1945 wurde das Kino wegen des Krieges für kurze Zeit geschlossen und am 24.April unter öffentlicher Verwaltung wieder eröffnet, da die Besitzerin Anna Wolfschütz-Grün NSDAP-Mitglied gewesen war. Das Kino wechselte mehrmals die Leitung, bis es trotz ihrer Vergangenheit wieder an Wolfschütz-Grün zurück gegeben wurde. Im Laufe der 1950er Jahre gab es einige Umbauten. So wurden eine Breitwand, zwei neue Projektoren und eine Warmluftanlage eingebaut. 1962 wurde das Kino schließlich auf Cinemascope umgebaut und 1969 kaufte die heutige Besitzerin Anna Nitsch-Fitz die Breitenseer Lichtspiele. Ihre Liebe zum Kino hat sie wohl ihrer Großmutter Anita Nitsch-Fitz zu verdanken, die die Besitzerin des Nussdorfer Kinos war, bis dieses 1969 geschlossen werden musste.

Nussdorfer Kino © Österreichische Kunst, 8. Jg, Heft 3, Wien 1937, S.7

Nussdorfer Kino © Österreichische Kunst, 8. Jg, Heft 3, Wien 1937, S.7

Als 1999 das Erika-Kino schließt, werden die Breitenseer Lichtspiele zum ältesten, noch bespielten Kino Wiens und zum ältesten Kinobetrieb der Welt. Drei Jahre später wird das Filmtheater generalsaniert: der Neonschriftzug Lichtspiele wurde reaktiviert, innen und außen wurden die wahrscheinlich ursprünglichen Fassadefarben aufgetragen, alle Sessel wurden überholt und ein neuer Vorhang gekauft, der auf Normal-, Breitwand- und Cinemascope-Film geöffnet werden kann.

2005 stand ganz im Zeichen 100 Jahre Breitenseer Lichtspiele mit zahlreichen Veranstaltungen und Sonderprogrammen. Heute legt das Kino seinen Schwerpunkt auf Modern Arthouse und österreichische Filme. Jeden Freitag, Samstag, Sonntag, Montag und an Feiertagen wird um 16h 30 Familienkino geboten und am letzten Wochenende des Monats (Freitag bis Sonntag) gibt es Film-Konzerte, bei denen Pianist Gerhard Gruber Stummfilme live am Klavier begleitet. Weiters bieten die Lichtspiele einmal im Monat einen „Strickfilm“ an, bei dem das Licht nur ein wenig gedämpft wird, damit die anwesenden Gäste neben dem Kinovergnügen stricken können. Die originelle Idee hierzu, stammt von Susanne Kristek, der Gründerin des 1. Wiener Strickvereins. Zusätzlich gibt es immer wieder interessante Special-Events, zum Beispiel Konzerte, Premieren mit anschließenden Diskussionsrunden, Lesungen und vieles mehr. Hier findet ihr ein kurzes Video über dieses charmante Kinojuwel mitten in Wien.

Besitzerin Anna Nitsch-Fitz beim Austauschen der Plakate © http://kurier.at/kult/rettet-die-breitenseer-lichtspiele/734.472

Besitzerin Anna Nitsch-Fitz beim Austauschen der Plakate © http://kurier.at/kult/rettet-die-breitenseer-lichtspiele/734.472

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