Hundstage

Sonny, gespielt von einem sehr jungen Al Pacino, überfällt gemeinsam mit seinem Kumpel Sal eine Bank. Doch es läuft fast nichts wie geplant: der dritte Mann im Bunde seilt sich gleich zu Beginn ab, weil er es mit der Angst zu tun bekommt, im Safe ist kaum Geld, da das meiste bereits abgeholt wurde und der Sicherheitsmann erleidet aufgrund der Aufregung einen Asthma-Anfall. Während die beiden Amateure versuchen das Beste aus dem missglückten Verbrechen zu machen, entgeht ihnen, dass sie vom gegenüberliegenden Friseursalon aus beobachtet werden und kurz darauf wimmelt es von Polizei und FBI. Sonny nimmt die Belegschaft als Geiseln  und beginnt zu verhandeln. Bald stellt sich heraus, dass hinter seiner Tat ein ehrenwerter Hintergrund steckt: er braucht 2.500 Dollar um seinem transsexuellen Partner Leon eine Geschlechtsumwandlung zu finanzieren.

Sidney Lumets Film aus 1975 gilt als ein Klassiker des New Hollywood und beruht auf einer wahren Begebenheit. Am 22. August 1972 überfielen der 27-jährige Vietnam-Veteran John Wojtowicz und sein 18-jähriger Freund und Komplize Salvatore „Sal“ Naturile die Chase Manhattan Bank im Stadtteil Brooklyn in New York City. Auf das Eintreffen der Polizei folgte eine 14 Stunden andauernde Geiselnahme, die schließlich wie im Film endete. Der Überfall war ein mediales Großereignis und erregte viel Aufsehen. Kurze Zeit nach den Vorkommnissen erschien im Life Magazine der Artikel The Boys in the Bank der die genauen Hintergründe der Tat beleuchtete und einige der Geiseln zu Wort kommen ließ, die von einem guten Verhältnis zu den Geiselnehmern sprachen und meinten, dass es gelassen und sogar voller Humor zuging. Wojtowicz selbst, der für seine Tat zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren verurteilt und 1978 auf Bewährung entlassen wurde, äußerte sich zwiespältig zu Lumets Verfilmung. Er meinte, dass nur 30% des Films die tatsächlichen Geschehnisse darstellen würden und er zum Beispiel während der Geiselnahme nicht mit seiner Mutter und seiner Frau, die falsch charakterisiert wurde, geredet hätte. Wojtowicz lobte hingegen die Darstellungen von Al Pacino und Chris Sarandon und das völlig zurecht. Pacino beeindruckt mit seinem atemlosen Spiel. Wie ein gehetztes Tier rast er durch den Film und schert sich einen Dreck um Konventionen. Sein Telefonat mit Leon, wunderbar gespielt von Chris Sarandon, wurde zum größten Teil improvisiert und ist sicher eine der besten Szenen des Films. In einer Zeit in der sich die USA aus Vietnam zurückzogen und das Land von der Watergate-Affäre erschüttert wurde, wagte Lumet mit Hundstage einen mutigen Schritt indem er gleich mehrere Themen aufs Tapet brachte, über die man ungern sprach: Vietnam und seine Veteranen, Homo- und Transsexualität und der Attica-Gefängnisaufstand. Der Film verbindet eine spannende Geschichte mit schwarzem Humor und detailreichen, vielschichtigen Charakteren, die alle zusammen ein Meisterwek ergeben.

Credits

Originaltitel Dog Day Afternoon   Land USA   Filmlänge 125 Minuten   Jahr 1975   Kinostart AUT 04.November 2014  Kinostart USA 21.September 1975  Genre Drama  Regie Sidney Lumet   Drehbuch Frank Pierson, P.F. Kluge, Thomas Moore, Leslie Waller   Musik –   Produktion Martin Bregman, Martin Elfand, Robert Greenhut   Filmstudio Warner Bros., Artists Entertainment Complex   Verleih AUT Warner Bros. Pictures   DarstellerInnen Al Pacino, John Cazale, Charles Durning, Penelope Allen, Sully Boyar, Susan Peretz, Chris Sarandon    Drehorte 285 Prospect Park West, New York City / Astoria, New York City / Flatbush, New York City und weitere Orte in New York City

http://www.imdb.com/title/tt0072890/?ref_=nv_sr_1

Header: Filmstill © http://d1oi7t5trwfj5d.cloudfront.net/3b/53/01c21dc84890ab3c01686b52cd32/dog-day-afternoon.jpg

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