Magic in the Moonlight

Nach seinem Auftritt in Plötzlich Gigolo an der Seite von John Turturro, tritt Woody Allen in Magic in the Moonlight nun als Regisseur und Autor in Erscheinung. Sein aktuelles Werk behandelt erneut ein Thema das uns aus Filmen wie New York Stories oder Scoop, wo er als Splendini selbst zum Zauberstab griff, nur allzu gut bekannt ist: die Zauberei und die Welt der Magie. Stanley, der unter dem Namen Wei Ling Soo die Menschen mit dem Zersägen junger Damen oder dem Verschwinden eines Elefanten zu Begeisterungsstürmen hinreißt, wird von seinem  Berufskollegen und Freund Howard gebeten, einer vermeintlichen Hochstaplerin, die mit Séancen und Wahrsagungen das ruhige Leben einer reichen Familie an der Côte d´Azur gehörig ins Wanken bringt, das Handwerk zu legen. Um den faulen Zauber zu entlarven reist Stanley nach Frankreich, doch er muss sich immer mehr eingestehen, dass er mit seinem wissenschaftlichen Latein am Ende ist und fragt sich, ob er seinen Horizont um ein Meer aus Magie erweitern muss das ihm bisher verborgen geblieben war.

Der Film glänzt vor allem durch seine wundervollen Dialoge, gefüllt mit für Woody Allen typischen Wortwitz und Sarkasmus und die Darsteller. Allen voran Colin Firth als kühler, zynischer Brite, der trotz seiner Ich-Bezogenheit und seiner Liebe für den Tod sehr sympathisch ist, Emma Stone als unbekümmerte Hellseherin, die mit ihrem Charme alle in den Bann zieht und Eileen Atkins in ihrer Rolle als geerdete und humorvolle Tante. Allen beschäftigt sich mit dem ewigen Kampf zwischen Rationalität und Spiritualität, dem Film fehlt jedoch der ernste Unterton den wir zum Beispiel aus Blue Jasmine kennen, der facettenreich  zwischen entlarvendem Drama und absurder Komik balanciert. Stattdessen kombiniert Allen eine vermutlich ewig andauernde Grundsatzdiskussion über die großen Fragen des Lebens und der Existenz des Menschen mit einer amüsanten Liebeskomödie und schließt damit an Filme wie You Will Meet a Tall Dark Stranger an.

Magic in the Moonlight ist sicher nicht sein größtes Meisterwerk, dennoch ist Allen ein leichtfüßiger, charmanter Film gelungen, bei dem er am Ende beweist, dass er sogar neben einem gewieften Magier wie Wei Ling Soo, der Meister der Illusionen bleibt.

Credits

Originaltitel Magic in the Moonlight   Land USA   Filmlänge 97 Minuten   Jahr 2014   Kinostart AUT 04. Dezember 2014   Kinostart USA 15. August 2014  Genre Komödie/Romanze  Regie Woody Allen   Drehbuch Woody Allen   Musik Cole Porter, Igor Strawinsky, Maurice Ravel, u.v.m.   Kamera Darius Khondji   Produktion Letty Aronson, Helen Robin, Raphael Benoliel, u.a.   Filmstudio Dippermouth, Gravier Productions, Perdido Productions und Ske-Dat-De-Dat Productions   Verleih AUT Warner    DarstellerInnen Colin Firth, Emma Stone, Marcia Gay Harden, Eileen Atkins, Simon McBurney, Catherine McCormack, Hamish Linklater, Jacki Weaver, u.a.    Drehorte Côte d´Azur, Frankreich / Villa Eilenroc, Cap d´Antibes, Frankreich / Belgrave Place, London, Großbritannien, u.v.m.

http://www.imdb.com/title/tt2870756/

Diese Rezension ist auch in der Dezember/Januar-Ausgabe des ray Filmmagazins erschienen.

Header: Filmstill © https://s.yimg.com/os/publish-images/movies/2014-07-01/46876870-00b4-11e4-8a43-db18d12c768c_magic-in-the-moonlight.jpg

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s