KINOJUWELEN: Gaiety Theatre (GBM)

Das Theater liegt auf der zwischen Großbritannien und Irland gelegenen Isle of Man, wurde 1899 erbaut und von Frank Matcham als Theater und Opernhaus designet. Als Grundstruktur diente ein bereits bestehender Pavillon, der sechs Jahre zuvor von W. J. Rennison erbaut worden war und diversen Entertainern eine Bühne geboten hatte. Am 16. Juli 1900 wurde das Gaiety mit der West End-Produktion The Telephone Girl eröffnet. In den ersten Jahren lief das Theater sehr gut, doch nach dem 1. Weltkrieg blieben die Touristen und in weiterer Folge die Besucher aus. Um den ökonomischen Erfolg anzukurbeln, stattete man das Theater in den 1920ern mit Kino-Equipment aus, um fortan auch Filme zeigen zu können, was vor allem in den 1950ern der Fall war. 1938 wurde zudem eine Eis-Revue präsentiert, doch auf Dauer waren die Erhaltungskosten höher als die Einnahmen.

1971 erwarb die Regierung der Isle of Man das mittlerweile baufällige Gebäude und ließ es ab 1976, unter der Leitung des Architekten Victor Glasstone restaurieren. In den 1990ern wurden die Renovierungsarbeiten fortgesetzt und genau 100 Jahre nach der Eröffnung, wurde das Gaiety Theatre am 16. Juli 2000 in alter Pracht wieder eröffnet. Gezeigt wurden, wie im Jahr 1900, The Telephone Girl und das Stück The Corsican Brothers, für welches eine „Corsican Trap“ in die Bühne eingebaut wurde, die bis heute besteht und funktioniert und angeblich die letzte seiner Art auf der Welt ist. Diese Bühnenkonstruktion wurde eigens für das Stück entworfen, in dem ein Verstorbener als Geist auf die Bühne zurückkehrt. Um dies möglichst geheimnisvoll zu tun, steht er auf einer kleinen Plattform unter einem Loch in der Bühne. Wie bei einer unsichtbaren Rolltreppe, taucht die Figur immer weiter auf und wird gleichzeitig von einer Bühnenseite zur anderen gezogen.

Von der Harris-Promenade aus betritt man das Theater durch edle Mahagoni-Türen und gelangt in ein quadratisch angelegtes Vestibül, von dem Treppen aus Marmor rechts und links zu einem wunderschönen Foyer führen. Wo es früher einen offenen Balkon gab, ist jetzt eine Bar, ebenfalls aus Mahagoni-Holz, ein Buffet und Lounges mit Stühlen für die Pausen.

Das Auditorium des Gaiety Theatre wurde in Anlehnung an die italienische Renaissance gestaltet und teilt sich in drei Sektionen: Parkett, Parterre und 2 Balkone mit jeweils 3 Logen an beiden Seiten, die rund 900 Personen Platz bietet. Die Decke des Saales ist besonders schön gearbeitet mit vier Einzelbildern, welche die 4 Jahreszeiten darstellen und einem kreisförmigen Luster in der Mitte, bestehend aus bemaltem Glas das von Säulen und Bögen unterteilt wird. An den Wänden und Logen finden sich aufwendige Stuckarbeiten, goldene Verzierungen, Mosaike und Malereien und sowohl die Vorhänge in den Logen, als auch die Sitzbezüge im gesamten Auditorium sind in einem dunklen Blaugrün gehalten. Die Zugangstüren zu den unterschiedlichen Bereichen des Auditoriums sind aus Mahagoni und Buntglas gestaltet. Das Auditorium ist so konstruiert, dass an keiner Stelle Säulen die Sicht auf die Bühne verstellen und man überall eine gute Akustik hat.

Die Bühne ist geschützt durch einen Eisernen Vorhang und eiserne Türen und birgt neben der bereits erwähnte „Corsican Trap“ noch eine andere Rarität: einen original erhaltenen, restaurierten „Act Drop“, ein bemalter fester Vorhang der zwischen den Akten herunter gelassen wird. Dieser zeigt im Falle des Gaiety Theatres einen Sultan, der sich von einer tanzenden Dame unterhalten lässt.

Heute zeigt das Theater hauptsächlich Live Shows, wie zum Beispiel Glee Live on Stage. Das Gaiety Theatre hatte selbst einen Auftritt im Film Me and Orson Welles, wo es das Mercury Theatre in New York im Jahr 1937 repliziert.

Hier könnt ihr eine kleine Tour durch das Theater machen:

Gaiety Theatre Homepage 

Gaiety Theatre Facebook 

Header: Blick ins Auditorium und die aufwendig gestaltete Decke © http://www.iomtoday.co.im/webimage/1.7184435.1427818049!/im

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