Rocks in my Pockets – A Crazy Quest for Sanity

Regisseurin, Autorin und Designerin Signe Baumane erzählt in Rocks in my Pockets ihre eigene Familiengeschichte. Genauer die von fünf Frauen: ihrer Großmutter, drei ihrer Cousinen und Baumane selbst. Sie alle litten oder leiden unter Depressionen. Doch was löst diese Krankheit aus? Sind es die Gene oder chemische Vorgänge in unserem Gehirn auf die wir keinen Einfluss haben? Sind es schwierige Zeiten die uns „verrückt“ werden lassen? Sind es unerfüllte Träume, Lebenswege die wir so nie einschlagen wollten? Oder ist es eine Mischung aus allem?

Dieser Frage versucht Baumane, die heute in den USA lebt und arbeitet, ursprünglich aber aus Lettland stammt, in ihrem ersten Langfilm und 16ten Animationsfilm insgesamt nachzugehen. Sie selbst fungiert als Erzählerin und schafft es mit Ironie und Humor über eine Krankheit zu reden, über die leider immer noch zu oft geschwiegen wird. Dabei geht sie auch auf das Problem ein, dass sich die eigene Familie nicht mit dem Thema auseinander setzen will, vor allem wenn eine Depression in einem Selbstmord oder der Einweisung in eine Anstalt endet. Noch immer wird stark auf die Wirkung nach außen geachtet und man versucht einfache Erklärungen bzw. Schuldzuweisungen zu finden. Doch Depressionen und ihre Entstehung sind nicht nur Schwarz und Weiß. Bei Signe Baumane sind sie sogar sehr bunt und vielfältig. Das ist eigentlich das größte Verdienst dieses Films: man bekommt einen sehr plastischen Einblick, wie sich eine Depression anfühlt. Vor allem wenn Baumane erzählt, wie sich ein depressiver Schub, den sie selbst zwei Mal im Jahr erfährt psychisch und physisch manifestiert und wie ihre Strategie aussieht, damit umzugehen. Liest man die Synopsis des Films, erwartet man nicht, dass man stellenweise schmunzeln bzw. einem bei dem oft selbstironischen Witz das Lachen im Hals stecken bleiben wird.

Mit einer phantasievollen Bildsprache lässt einen Rocks in my Pockets Depression besser verstehen. Eine Krankheit die fast jedem von uns in irgendeiner Form bereits begegnet ist oder noch begegnen wird.

CREDITS

Originaltitel Rocks in my Pockets – A Crazy Quest for Sanity

Land USA/Lettland

Filmlänge 88 Minuten    

Jahr 2014    

Kinostart AUT 24. April 2015    

Genre Animation/Drama/Komödie     

Regie Signe Baumane

Drehbuch Signe Baumane    

Musik Kristian Sensini    

Animation/Design Signe Baumane

Produktion Signe Baumane, Roberts Vinovskis, Sturgis Warner

Filmstudio Signe Baumane Studio, Locomotive Films

Verleih AUT New Europe Film Sales

Gesprochen von Signe Baumane

Rocks in my Pockets Homepage

Header: Filmstill „Rocks in my Pockets“ © http://images1.miaminewtimes.com/imager/rocks-in-my-pockets-director-on-cap/u/original/6510169/rocksinmypockets.jpg

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