KINOJUWELEN: Metro Kinokulturhaus (AUT)

Cafetiér Josef Georg Daum eröffnete am 01.März 1840 das Vergnügungszentrum „Neues Elysium“. In den verzweigten Keller-Räumlichkeiten des St.Anna Gebäudes baute er optische Illusionen, eine Theaterbühne und eine „Reise um die Welt“ auf, bei der man mit einer unterirdischen Pferdeeisenbahn durch die Erlebniswelten reisen konnte. 1893 errichtete der Kaufmännische Verein unter der gestalterischen Leitung der Architekten Christian Ulrich und Rudolf Dick in der Johannesgasse 4 den noch heute bestehenden Gebäudekomplex mit einem Veranstaltungssaal im Erdgeschoss, der von einem kunstvollen Glasdach überspannt war. Das Gebäude wurde feierlich von Kaiser Franz Joseph und Erzherzog Carl Ludwig eröffnet.

1923 wurde das Haus nach Plänen vom Architekten Percy A. Faber für 7 Millionen Gulden zur Theaterbühne umgebaut und am 29.Januar 1924 unter dem Namen „Modernes Theater“ eröffnet. Die Presse schwärmte vom „schönsten Raum für dramatische Subtilitäten“. Ab 1927 hieß das Theater „Komödie“ und wurde ab Anfang 1928 für eineinhalb Jahre vom späteren Hollywood-Regisseur Otto Preminger geleitet. Das Haus überstand diverse wirtschaftlich schwierige Zeiten, bis es 1940 in „Kraft-durch-Freude-Theater“ umbenannt und dem deutschen Volkstheater angegliedert wurde. Am 12.März 1945 wurde das Gebäude von einer Bombe getroffen und schwer beschädigt. Das Mauerwerk von vier Stockwerken stürzte auf das Theater herab, riss ein Loch in die Decke des Zuschauerraums und ließ die Decke des linken Balkoneingangs einstürzen.

Nach dem Kriegsende übernahm Direktor Leon Epp das Theater und ließ es in kurzer Zeit renovieren. Bereits im Oktober 1945 wurde „Die Insel in der Komödie“ eröffnet und bot von da an moderner dramatischer Literatur eine Bühne. 1951 wurde die städtische KIBA (die sozialdemokratische Kinobetriebsgesellschaft Ges.m.b.H.) neuer Eigentümer des Theaters und baute es zum Premierenkino um. Am 25.Dezember 1951 wurde das „Metro“, wie es jetzt hieß mit dem MGM-Film König Salomons Diamanten eröffnet. Man ließ sich immer wieder originelle Werbe-Ideen einfallen. Als 1953 die Komödie Villa mit 1000 PS mit Lucille Ball und Desi Arnaz in die Kinos kam, platzierte man beispielsweise einen Werbe-Wohnwagen vor dem Kino.

Nach 48 Jahren erfolgreichen Kinobetriebs, verkaufte die KIBA 1999 das „Metro“ an die private Betreibergruppe City Cinemas, die jedoch wenige Jahre später Konkurs anmelden musste. 2002 übernahm das Filmarchiv Austria das altehrwürdige Gebäude. Im Oktober 2014 wurde das umgebaute Kino, das nun „Metro Kinokulturhaus“ heißt eröffnet. Der historische Kinosaal wurde erhalten, das Eingangs- und das Balkonfoyer wurden in den Originalzustand zurück gebaut und über den ursprünglichen Räumlichkeiten wurden zwei weitere Etagen integriert, inklusive eines zweiten kleinen Kinosaals.

Shop des Filmarchiv Austria © Angela Sirch

Shop des Filmarchiv Austria © Angela Sirch

Treppenaufgang zum Balkon © Angela Sirch

Treppenaufgang zum Balkon © Angela Sirch

Kinosaal mit großer Glaswand mit Blick auf den Shop und das Foyer © Filmarchiv/Pelekanos, http://www.filmclicks.at/News/Kinokulturhaus-Wien-143473

Kinosaal mit großer Glaswand mit Blick auf den Shop und das Foyer © Filmarchiv/Pelekanos, http://www.filmclicks.at/News/Kinokulturhaus-Wien-143473

Neuer Ausstellungsraum mit der Schau "Kino elementar" © Filmarchiv/Pelekanos, http://www.filmclicks.at/News/Kinokulturhaus-Wien-143473

Neuer Ausstellungsraum mit der Schau „Kino elementar“ © Filmarchiv/Pelekanos, http://www.filmclicks.at/News/Kinokulturhaus-Wien-143473

Metro Kinokulturhaus Homepage 

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Header: Eingangsbereich Metro Kino © http://cdn.salzburg.com/nachrichten/uploads/pics/2014-10/orginal/soft-opening-im-wiener-metro-kinokulturhaus-41-54995740.jpg

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