KINOJUWELEN: Apollo Kino (AUT)

1904 wurde der vom österreichischen Architekten Eduard Prandl geplante Gebäudekomplex, bestehend aus drei Zinshäusern, einem Hotel und dem Apollo-Theater eröffnet.

Apollo-Theater um 1905 © https://de.wikipedia.org/wiki/Apollo_Kino_(Wien)#/media/File:ApolloVienna.jpg

Apollo-Theater um 1905 © http://tinyurl.com/ojuy8xf

24 Jahre später kaufte die sozialdemokratische Kinogesellschaft Kiba das Theater in der Gumpendorferstraße/Ecke Kaunitzgasse und ließ es vom Architekten Carl Witzmann zu einem Kino umbauen. Als solches wurde es 1929 eröffnet und verfügte über einen Kinosaal mit 1500 Plätzen. Damit lag es knapp hinter dem damals größten Kino Wiens, dem Busch-Kino im Wiener Prater das 1800 Besuchern Platz bot. Witzmann war zur damaligen Zeit einer der gefragtesten Kino-Architekten und entschied sich für die Farbe Rot als Gestaltungsmittel, welche für Teppiche, Tapeten und Stühle verwendet wurde.

Obwohl es zum Zeitpunkt der Eröffnung bereits den Tonfilm gab, eröffnete das Apollo als Stummfilmkino. Im September 1929 wurde sogar eine Christie-Unit-Orgel installiert, die der musikalischen Untermalung der Filme dienen sollte. Besagte Orgel galt als neues Wunderinstrument und war sehr kompliziert in der Bedienung. Doch schon bald erkannte man, dass der Tonfilm die nächste große Sache war und verfügte schon bald als eines der ersten Kinos von Wien über das nötige technische Equipment.Im Laufe der nächsten Jahre entwickelte sich das Apollo Kino zu einem der wichtigsten städtischen Kinos und war oftmals Schauplatz für filmische Uraufführungen.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 wurde die städtische Kiba enteignet und ihre Kinos, darunter auch das Apollo gingen in den Besitz der Ostmärkischen Filmtheater Betriebs GmbH über. Nach Kriegsende wurde das Kino von den Alliierten wieder an die Stadt Wien zurück gegeben. In den 1950ern machte das Apollo erneut durch seine Modernität auf sich aufmerksam, da es neben drei anderen Wiener Kinos in der Lage war 70mm-Filme zu zeigen und war 1952 Uraufführungsort des österreichischen Science Fiction-Films 1.April 2000

Alte Aufnahme einer Menschenschlange vor dem Apollo Kino © Lothar Rübelt, http://tinyurl.com/o9murju

Alte Aufnahme einer Menschenschlange vor dem Apollo Kino © Lothar Rübelt, http://tinyurl.com/o9murju

1993 wurde der große Kinosaal in sieben kleine Säle aufgeteilt bis das Apollo 1996 schließlich komplett umgebaut wurde. Nach Plänen von Walter Kral wurde das Kino zu einem Multiplex mit 12 Kinosälen umgestaltet, dessen größter Saal 504 Zuschauer fasst und das insgesamt eine Kapazität von 2160 Sitzplätzen besitzt. Bis zum Bau weiterer Multiplex-Kinos war das Apollo damit für einige Zeit das größte Kino Wiens mit einem Achtel aller Kinoplätze Wiens. Um neben anderen großen Kinos konkurrenzfähig zu bleiben, installierte man 2009 einen IMAX+3D Kinosaal in dem vor allem große Blockbuster und Animationsfilme gezeigt werden. Heute gehört das Apollo Kino zur Cineplexx-Gruppe und erfreut sich trotz seiner langen Geschichte nach wie vor großer Beliebtheit und profitiert von seiner Nähe zur Mariahilfer Straße, einer der größten Einkaufsstraßen Wiens.

IMAX+3D Kinosaal © http://tinyurl.com/qxc3aht

IMAX+3D Kinosaal © http://tinyurl.com/qxc3aht

Weiterer Kinosaal des Apollo © http://tinyurl.com/opy7wjl

Weiterer Kinosaal des Apollo © http://tinyurl.com/opy7wjl

Apollo Kino Homepage 

Apollo Kino Facebook

Header: Fassade des Apollo Kino © http://tinyurl.com/px5m9s8

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s