Sicario

Die junge FBI-Agentin Kate Macer, gespielt von Emily Blunt, stürmt mit einer SWAT-Einheit ein Haus in Arizona und macht einen grausigen Fund, der nur ein kleiner Teil einer großen Kette, bestehend aus Drogen und Mord ist. Aufgrund ihrer hervorragenden Referenzen wird sie von ihrem Boss für ein Sonderkommando eingeteilt, das mit Vertretern des Militärs Einsätze im Kampf gegen den Drogenkrieg erledigen soll. Doch Kate merkt bald, dass die Figuren in dieser ausgewählten Truppe stets auf dem Seil zwischen Legalität und Verbrechen balancieren und sie über die eigentlichen Hintergründe des Einsatzes im Dunkeln lassen. Immer mehr entwirrt sie das Netz und gerät dabei selbst in Gefahr.

Denis Villeneuve, der bereits mehrmals sein Können im Bereich des Thrillers bewiesen hat, hat sich an ein Thema gewagt, das in dieser Weise so noch nicht auf der Leinwand zu sehen war. In Filmen wie „Traffic“ (2000) konnte man bereits sehen, wie oft sich Menschen zugleich auf beiden Seiten des Gesetzes befinden können. Doch in „Sicario“, was übersetzt „Auftragsmörder“ bedeutet, verschwimmen diese Grenzen so sehr, dass irgendwann unklar wird was gut und böse eigentlich ist. Unter der vordergründigen Story, dem Einsatz und dem vermeintlichen Kampf gegen den Drogenhandel, offenbart sich ein wesentlich vielschichtigerer Inhalt. Es geht um die Auslegung von Regeln und die Frage mit wem man sich ins Bett legt um die Ziele zu erreichen, die man will bzw. ob diese Ziele erstrebenswert sind. Hinter Thriller und Action wartet eine Tour de Force durch die Welt des politischen Kalküls und ein Pokerspiel auf dem Rücken echter Menschen. Emily Blunt beweist wieder einmal ihr großartiges Können und glänzt als Frau der Gegensätze. Toughes Einsatzgeschick wechselt sich ab mit Einsamkeit und Unsicherheit. Neben ihr Benicio Del Toro in der Rolle als schweigsamer, unberechenbarer Söldner, bei dem man wie Blunts Figur hin und her gerissen ist zwischen Vertrauen und Angst. Neben der multidimensionalen Geschichte und den komplexen Charakteren begeistert vor allem die Atmosphäre, die der Film sowohl durch die Kamera- als auch die Tonführung erzeugt. Man sitzt 121 Minuten in den Kinosessel gepresst und wird dieses unbehagliche Gefühl der ständig lauernden Bedrohung nicht los. Man beginnt zu begreifen in welch beklemmender Situation Kate Macer steckt, wenn sie ahnungslos in eine Stadt geschickt wird, in der hinter jeder Straßenecke und jeder Uniform der Feind warten kann, zusammen mit einem Team, das sich in Schweigen hüllt und dem man nie so recht vertrauen kann. Das Zusammenspiel der Komponenten Story, Schauspiel und Stimmung funktioniert auf eine beeindruckend beängstigende Weise.

CREDITS

Originaltitel Sicario

Land USA

Filmlänge 121 Min

Jahr 2015    

Kinostart AUT 01. Oktober 2015    

Genre Action/Drama/Thriller

Regie Denis Villeneuve

Drehbuch Taylor Sheridan

Musik Jóhann Jóhannsson

Kamera Roger Deakins

Ton Alan Robert Murray, Roland N. Thai, Bub Asman, u.a.

Schnitt Joe Walker

Produktion Black Label Media, Thunder Road Pictures

Verleih AUT Constantin Film

DarstellerInnen  Emily Blunt, Josh Brolin, Benicio Del Toro, Jon Bernthal, Daniel Kaluuya, Maximiliano Hernández, Jeffrey Donovan, u.a.

Drehorte  Albuquerque, New Mexico, USA

Header: Filmstill Sicario © http://www.slate.com/content/dam/slate/articles/arts/movies/2015/09/150917_MOV_Sicario.jpg.CROP.promo-xlarge2.jpg

Ein Gedanke zu “Sicario

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