KINOJUWELEN: L´Étoile Pagode (FRA)

Im 7ten Arrondissement von Paris, in der Rue de Babylone 57 befindet sich ein kleines Schmuckstück der Kinogeschichte. La Pagode wurde 1896 nach Plänen des Architekten Alexandre Marcel erbaut und war ein Hochzeitsgeschenk von Geschäftsmann M. Morin an seine Ehefrau. Die im japanischen Stil erbaute Pagode stand neben dem Grundstück des Paares und wurde als Tanzsaal für Partys genutzt. Leider hielt das Gebäude länger als die Ehe, die beiden ließen sich bald scheiden und die Pagode wurde für Veranstaltungen vermietet.

1931 wurde das ungewöhnliche Gebäude in ein Kino mit einem Fassungsvermögen von 400 Personen umgebaut. Hierzu wurde am hinteren Ende des Gebäudes ein Projektionsraum eingerichtet, die kunstvollen Fenster wurden verdunkelt und in den Vorgarten wurde eine Lobby gebaut. In den 1950er und 1960er Jahren spielte das Kino Filme, die in anderen Kinos bereits aus dem Programm genommen worden waren und hatte jeden Donnerstag eine Matinee für Kinder, bei der Laurel & Hardy-Filme gezeigt wurden. In den 70ern wurden dann vor allem Kunstfilme gezeigt, bis man sich überlegte, wie man das Kino in die neue Ära der Multiplexe führen und rentabel halten konnte.

Die Antwort war eine Umgestaltung. Ein französischer Filmproduzent nahm sich des vor sich hin alternden Juwels an und ließ einen weiteren 180-Sitzplätze starken Kinosaal im Erdgeschoss errichten, den bestehenden Kinosaal renovieren und auf 212 Sitzplätze verkleinern, eine hohe Mauer die den Blick auf das Gebäude und den Garten versperrte abreißen und erneuerte die Lobby. Das neu gestaltete Kino war mit seinem vielfältigen künstlerischen Kinoprogramm ein großer Erfolg.

In den 1990er Jahren wurde der Betrieb von zwei Kinosälen allmählich zum wirtschaftlichen Problem. Die Kinokette Gaumont die das Kino seit 1979 besessen und geführt hatte verkaufte das Kino, aus dem der neue Besitzer ein Restaurant machen wollte. Das Ministerium für Kultur wollte diesem Plan jedoch entgegen wirken und beschloss den Denkmalstatus des Gebäudes zu erhöhen, unter der Bedingung, dass es als Kino erhalten bleibt.

Auf der Suche nach einem neuen Besitzer, blieb die Pagode für zwei Jahre geschlossen. Schließlich wurde sie wieder eröffnet, renoviert und zeigt seitdem französische und Art-Filme. Dieses kleine bezaubernde Juwel ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Garten der Pagode mit den kunstvoll gearbeiteten Fenstern © Anna Blair, http://untappedcities.com/wp-content/uploads/2013/01/La-Pagode-Cinema-Untapped-Paris-Anna-Blair.jpg

Garten der Pagode mit den kunstvoll gearbeiteten Fenstern © Anna Blair, http://untappedcities.com/wp-content/uploads/2013/01/La-Pagode-Cinema-Untapped-Paris-Anna-Blair.jpg

Kunstvolle Decke des Kinosaals © Ken Roe, http://cinematreasures.org/theaters/6906/photos/112099

Kunstvolle Decke des Kinosaals © Ken Roe, http://cinematreasures.org/theaters/6906/photos/112099

Verzierungen an den Wänden des Kinosaals © http://www.chinarhyming.com/wp-content/uploads/2012/06/image.jpg

Verzierungen an den Wänden des Kinosaals © http://www.chinarhyming.com/wp-content/uploads/2012/06/image.jpg

Weiterer Blick auf den märchenhaften Garten © http://www.etoile-cinemas.com/fichier/image/Pagode-3.JPG

Weiterer Blick auf den märchenhaften Garten © http://www.etoile-cinemas.com/fichier/image/Pagode-3.JPG

L´Étoile Pagode Homepage 

L´Étoile Pagode Facebook 

Header: Blick auf den Kinosaal © http://www.etoile-cinemas.com/pagode/fichier/image/Pagode_-_salle_Japonaise.jpg

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