Der Marsianer – Rettet Mark Watney

Die bemannte Mission Ares 3, die auf dem Mars gelandet ist muss abgebrochen werden, doch als die Mannschaft auf der Planetenoberfläche in einem heftigen Sturm versucht alles vorzubereiten, wird Astronaut und Botaniker Mark Watney von einem umherfliegenden Teil getroffen und außer Sichtweite geschleudert. Obwohl Commander Lewis, gespielt von Jessica Chastain kurz in der Dunkelheit nach ihm sucht, muss die Crew vermuten dass er tot ist und verlässt mit dem Raumschiff den Planeten. Doch Watney ist nicht tot. Als er erwacht, hat er einen spitzen Gegenstand in seiner Bauchdecke stecken, ist im Sand des Mars eingegraben und muss feststellen, dass er einige Millionen Kilometer weit von der Erde entfernt gestrandet ist. Er bleibt ruhig, geht zurück zur Versorgungsstation und überlegt was er tun kann um zu überleben, denn selbst wenn er es schafft, mit der NASA Kontakt aufzunehmen, dauert es rund 4 Jahre bis eine Rettungsmission zu ihm kommen kann. Er muss also mit Essensrationen für ein paar Monate mehrere Jahre auskommen, auf einem Planeten, auf dem man nichts anbauen kann. Doch er ist nicht umsonst Botaniker geworden und entwickelt durch die nicht ganz ungefährliche Verbrennung von Wasserstoff Wasser, düngt die Mars-Erde mit körpereigenem Düngemittel und pflanzt in seiner Überlebenskuppel Kartoffeln an. Das erste Problem wäre gelöst, doch einige weitere stehen bevor. Wie schnell kann man auf der Erde ein Raumschiff bauen? Wann erzählt man der Crew, die immer noch im Weltraum ist und sich auf dem Weg nach Hause befindet, dass ihr Kollege noch lebt? Und wie soll Mark Watney es schaffen, mit einem Rover, der nur wenige Stunden fahren kann, die Strecke zum geeignetsten Landepunkt der Rettungsmission zurück zu legen, der rund 50 Tage Fahrtzeit entfernt liegt?

Der Marsianer ist ein ungewöhnlicher Weltraum-Film. Bei aller Dramatik, ist er sehr humorvoll, vor allem durch die Figur Mark Watney, großartig gespielt von Matt Damon. Watney lässt sich nicht unterkriegen, er rettet sich mit einer gesunden Portion Sarkasmus und einem kühlen Kopf. Nicht wie in anderen Filmen, in denen der Astronaut langsam den Verstand verliert oder in Depressionen abgleitet, bleibt Watney gemäß seiner Ausbildung stark und beginnt immer wieder aufs Neue Probleme zu lösen. Sein Lebenswille ist unerschütterlich und seine Ideen verwegen und wunderbar. Parallel zu Watneys Leben auf dem Mars wird sehr ausführlich und realistisch gezeigt, vor welchen Herausforderungen technischer und mentaler Art das Team der NASA, aber auch die Crew stehen und das selbst in solchen außergewöhnlichen Situationen die Bürokratie im Weg steht. Ridley Scott ist sein bester Film der letzten Jahre gelungen, mit einer ganz neuen Weltraumgeschichte die auf dem Bestseller von Andy Weir beruht. Ein Film in dem sich Humor und Dramatik abwechseln, doch egal was gerade dran ist, man sitzt gebannt in seinem Kinosessel und drückt Watney die Daumen, das alles gut ausgeht. Dieser Film ist nicht nur für alle Fans der Raumfahrt und der Astronomie ein Muss.

CREDITS

Originaltitel The Martian

Land USA

Filmlänge 141 Min

Jahr 2015    

Kinostart AUT 08. Oktober 2015    

Genre Science Fiction/Abenteuer/Drama

Regie Ridley Scott

Drehbuch Drew Goddard, nach einem Roman von Andy Weir

Musik Harry Gregson-Williams

Kamera Dariusz Wolski

Ton Michael Fentum, James Harrison, Oliver Tarney, u.a.

Schnitt Pietro Scalia

Produktion Scott Free Productions, Genre Films, Twentieth Century Fox Corporation, u.a.

Verleih AUT Centfox Film

DarstellerInnen Matt Damon, Jessica Chastain, Jeff Daniels, Chiwetel Ejiofor, Sean Bean, Kristen Wiig, Kate Mara, u.a.

Drehorte  Wadi Rum, Jordanien / Budapest, Ungarn / Korda Studios, Etyek, Ungarn / Budaörs Airport, Budapest, Ungarn

Header: Filmstill Der Marsianer © http://s3.foxfilm.com/foxmovies/production/films/104/images/gallery/martian-gallery3-gallery-image.jpg

6 Gedanken zu “Der Marsianer – Rettet Mark Watney

  1. Pingback: Science & Film: Der Marsianer – Rettet Mark Watney | Filmsalon

  2. Hallo Theme-Zwilling 🙂 Interessante Betrachtungsweise. Und sicher ist ein solches Seminar spannend. Würde mich auch interessieren. Allerdings frage ich mich, ob man durch diese wissenschaftliche Haarspalterei den Film nicht zu ernst nimmt. Ich fand den Film mächtig unterhaltsam. Ob ich nun weiß, dass einiges von dem, was ich gesehen habe, wissenschaftlich unmöglich ist, mindert nicht das Sehvergnügen. Es ist ja auch Science Fiction und keine wissenschaftliche Dokumentation. Trotzdem finde ich es irgendwie spannend, dass die Experten damit auseinandersetzen 🙂

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    • Hey! Ich habe auch nicht behauptet, dass es das Sehvergnügen mindert, mir gefällt der Film nun da ich einen wissenschaftlichen Blick darauf gewonnen habe nicht weniger, deshalb auch folgende Passage in meinem Text zum Film: „Um hier keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: ich finde den Film nach wie vor großartig. Der Vortragende, der selbst an einer Probemission für den Mars in der Wüste Utahs teilgenommen hat und ein versierter Wissenschaftler ist, ist übrigens derselben Meinung. Die künstlerische Freiheit sollte man nicht zu sehr vom Machbaren begrenzen lassen“ 😉

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