A Most Violent Year

Es ist das Jahr 1981 in New York, eines der gewaltsamsten Jahre der Stadt. Abel und Anna Morales haben sich gemeinsam ein erfolgreiches Heizölunternehmen aufgebaut. Doch die Branche ist ein hartes Pflaster und irgendjemand versucht der Firma zu schaden. Mehrere LKWs werden gekapert, dabei wird einer der Fahrer, den Abel seit Kindertagen kennt schwer verprügelt und hat verständlicherweise Angst, wieder in einen Truck zu steigen. Abel hat gerade die Anzahlung für ein Grundstück gelegt, das für ihn sehr wertvoll wäre, und versucht vor der Bank gut dazustehen. Dabei hilft es nicht sonderlich, dass seine Fahrer keiner sicheren Arbeit mehr nachgehen können und sich ein bewaffneter Einbrecher vor seinem Haus herumtreibt. Als dann die Staatsanwaltschaft auch noch ein Verfahren gegen die Firma und Abel anstrebt, der als seriöser Geschäftsmann gilt, spitzt sich die Lage immer weiter zu.

A Most Violent Year ist ein kluger Thriller, der seinen Blick auf die Figuren lenkt und darauf, wie schwierig es ist, in einer Welt in der alle tricksen und betrügen, einen geradlinigen Weg zu finden, ohne dabei unter die Räder zu geraten. Abel versucht mit all seiner Kraft nicht wie der Vater seiner Ehefrau zu werden, von dem er vor Jahren die Firma gekauft hat. Er ist ehrlich, aber fair, versucht immer sachlich und überlegt vorzugehen, während Anna immer wieder sehr gefühlsbetont reagiert, was seiner Meinung nach zur Verschlimmerung der Situation beträgt. Doch er sieht sich immer mehr in einer ausweglosen Situation. An gewissen kriminellen Aktivitäten kommt man über kurz oder lang nicht vorbei und man muss sich entscheiden, ob man sich mit den Gegebenheiten abfindet, oder daran zerbricht, dass man sich langsam nicht mehr im Spiegel anschauen kann. Die beiden Hauptdarsteller Isaac und Chastain zeigen Charaktere, die nicht immer sympathisch sind, aber man kann ihre Handlungen nachvollziehen und versteht, in was für einer beunruhigenden Lage sie sich befinden. Doch wenn der Überlebenswille einsetzt und es darum geht um man frisst oder gefressen wird, trifft man am Ende oft Entscheidungen, die man mit seinem wahren Ich nicht so recht vereinbaren kann. Ein konzentriertes Porträt einer dreckigen Branche und einem persönlichen Kampf gegen die Alternativlosigkeit.

CREDITS

Originaltitel A Most Violent Year

Land USA/Vereinigte Arabische Emirate

Filmlänge 125 Min

Jahr 2014    

Kinostart AUT Noch kein fixer Starttermin

Genre Action, Thriller, Drama

Regie J. C. Chandor

Drehbuch J. C. Chandor

Musik Alex Ebert

Kamera Bradford Young

Ton Michael Barosky, David Chrastka, Steve Boeddeker, u.a.

Schnitt Ron Patane

Kostüm Kasia Walicka-Maimone

Produktion Before The Doors Pictures, Washington Square Films, FilmNation Entertainment u.a.

Verleih AUT Constantin Film

DarstellerInnen  Oscar Isaac, Jessica Chastain, Albert Brooks, Elyes Gabel, David Oyelowo, Jerry Adler, Alessandro Nivola, u.a.

Drehorte  Packard Plant, Detroit, Michigan, USA / Verrazani-Narrows Bridge, New York City, USA / North 12th St., Brooklyn, New York City, USA / u.a.

Header: Filmstill A Most Violent Year © https://i.ytimg.com/vi/lZU7U3k3gHY/maxresdefault.jpg

2 Gedanken zu “A Most Violent Year

  1. Die Chemie zwischen Isaac und Chastain ist zu spüren, was sicherlich auch daran liegt, dass sich beide bereits aus dem Schauspielsstudium kennen. Chandor inszeniert seine Geschichte im winterlichen New York, das mit seinen heruntergekommen Industriegebieten die ideale Kulisse bietet. Leider zieht sich der Film besonders gegen Ende sehr, was die starken schauspielerischen Leistungen etwas schmälert. Ein flottere Erzählweise hätte dem Film gut getan.

    Hier die ganze Review: https://filmkompass.wordpress.com/2015/04/18/a-most-violent-year-omu-2014/

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    • Dass sich der Film zieht habe ich nicht so empfunden, aber interessant einen etwas anderen Blick darauf zu sehen 😉 Das mit der Chemie stimmt…das war Chastain wohl auch bewusst, da sie ihren Freund Isaac selbst für die Rolle empfohlen hat

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