Carol

Wir schreiben die 1950er in New York City, Weihnachten steht bevor und die junge Therese arbeitet als Verkäuferin in einem Warenhaus. Dort trifft sie auf die stilvoll gekleidete Carol, die auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk für ihre Tochter Rindy ist. Therese ist sofort angetan von der eleganten Erscheinung und dem sanften, kühlen Wesen dieser Frau. Als Carol ihre Handschuhe auf dem Tresen liegen lässt, nimmt die Geschichte zwischen den beiden ihren Lauf. Therese ist mit einem Mann liiert, der sie unbedingt heiraten und mit ihr nach Frankreich fahren möchte, doch sie ist sich nicht sicher, was sie eigentlich will, vor allem seitdem sie Carol kennengelernt hat und merkt, dass die wachsende Zuneigung zu ihr der Aspekt ihres Lebens ist, der bisher gefehlt hat. Carol, die Thereses Zuneigung erwidert, hat jedoch noch mit anderen Problemen zu kämpfen, die Therese aufgrund ihrer Zurückhaltung bisher erspart blieben. Ihr Ehemann, mit dem sie sich in Scheidung befindet, wirft Carol ihre lesbischen Gefühle vor, fühlt sich in seinem Stolz gekränkt und droht mit dem Entzug der gemeinsamen Tochter, sollte sich Carol nicht „bessern“.

Der Eröffnungsfilm der diesjährigen Viennale, der bei den Filmfestspielen von Cannes für die Goldene Palme nominiert war und Rooney Mara den Preis für die Beste Schauspielerin einbrachte, ist schlicht gesagt, eine der schönsten und feinfühligsten Liebesgeschichten der letzten Jahre. Nach der semi-autobiographischen Literaturvorlage The Price of Salt von Patricia Highsmith, erzählt Carol in stilvoll komponierten Bildern eine Liebe vor dem Hintergrund konservativer Konventionen, einer Gesellschaft, die Homosexuelle in Psychotherapie schickt, um sie aus ihrem Sündenfall zu retten. Mara und Blanchett legen ein beeindruckendes Zeugnis ihrer schauspielerischen Begabungen ab, mit Darstellungen, die einen erheitern, berühren und uns die Gefühle der Hauptfiguren die zwischen Unsicherheit, Anspannung, sanft wachsender Zuneigung und Freude changieren. Besonders beeindruckend ist jene Szene, in der Carol bei ihrer Scheidungsanhörung das Wort ergreift und eine so bewegende Rede hält, dass es einem den Hals zuschnürt. Carol schafft es ohne Kitsch oder Übertreibung über die stille Liebe zwischen zwei Frauen zu erzählen, die keine Regel und kein Druckmittel der Welt wirklich aufhalten kann.

CREDITS

Originaltitel Carol

Land Großbritannien/USA/Frankreich

Filmlänge 118 Min

Jahr 2015    

Kinostart AUT 18. Dezember 2015

Genre Drama, Romanze

Regie Todd Haynes

Drehbuch Phyllis Nagy, nach einem Roman von Patricia Highsmith

Musik Carter Burwell

Kamera Edward Lachman

Ton Geoff Maxwell, Tony Martinez, Rabb Whitehead, u.a.

Schnitt Affonso Gonçalves

Kostüm Sandy Powell

Produktion Number 9 Films, Film4, Killer Films

Verleih AUT Filmladen

DarstellerInnen  Cate Blanchett, Rooney Mara, Kyle Chandler, Sarah Paulson, Jake Lacy, Cory Michael Smith, John Magaro, u.a.

Drehorte  Cincinnati, Ohio, USA / Spare Time Grill, Alexandria, Kentucky, USA / Maury´s Tiny Cove, Cheviot, Ohio, USA / Hamilton, Ohio, USA / u.a.

Header: Filmstill Carol © http://www.ew.com/sites/default/files/i/%5Bcurrent-date%3Acustom%3AY%5D/%5Bcurrent-date%3Acustom%3Am%5D/%5Bcurrent-date%3Acustom%3Ad%5D/blanchett_0.jpg

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