KINOJUWELEN: United Palace Theatre (USA)

Wie schon beim letzten KINOJUWEL treffen wir auch hier auf den erfolgreichen Kinobetreiber Marcus Loew, der das 175th Street Theatre wie es ursprünglich hieß 1930 in Manhattan, New York City erbauen ließ. Für das Design holte er sich die Architekten Thomas W. Lamb und Harold Rambusch an Bord.

In dem einstigen Filmtheater mit der Terracotta-Fassade verbinden sich mehrere Stile miteinander: byzantinische, maurische, persische, indonesische und hinduistische Stilelemente verschmelzen zu einem überwältigenden Gemisch aus Ornamenten. Lamb dienten unter anderem die Alhambra in Spanien und der Wat Phra Keo-Tempel in Thailand als Inspiration. Er wollte damit die Sinne der Zuschauer stimulieren und sie damit empfänglicher für die Unterhaltung machen, die ihnen geboten werden sollte. Das Interieur reflektiert die Begeisterung der westlichen Welt für exotische Länder und Kulturen Ende des 19. Jahrhunderts / Anfang des 20. Jahrhunderts. Filigrane Wand- und Deckenkonstruktionen schmücken, neben dekorativen Malereien den gesamten Innenraum und eine große Orgel sorgte für den richtigen Klang. An seinem Aussehen hat sich seit Eröffnung des United Palace kaum etwas geändert.

Am 22. Februar 1930 wurde das Theater, das 3.000 Menschen Platz bot mit dem Film Their Own Desire und dem Musical Pearls eröffnet. Das Theater diente nicht nur dem Zeigen von aktuellen Filmen, sondern bot auch zahlreichen Vaudeville-Größen eine Bühne. 39 Jahre tat das Kino und Theater seinen Dienst bis es 1969 mit der Vorstellung von 2001: A Space Odyssey geschlossen wurde. Die Zeiten der großen Filmpaläste waren zu Ende, das Fernsehen hatte seinen Siegeszug angetreten und mit ihm zahlreiche Prediger, die hofften über das neue Medium ein breiteres Publikum ansprechen zu können. Einer davon, der evangelische Reverend Ike kaufte das Filmtheater 1969, benannte es in United Palace um und machte es zum Hauptquartier seines United Church Science of Living Institute. Durch seine Einnahmen aus Radio- und Fernsehpredigten konnte er das Theater im Laufe der Jahre sanieren und in Schuss halten. Nach dem Tod von Reverend Ike übernahm dessen Sohn Xavier Eikerenkoetter das Haus. Neben einem sonntäglichen Kirchendienst bietet man im United Palace diverse Kurse und Betätigungsfelder für Anrainer an, wie z.B. Chorgesang, freiwillige Dients oder Jugendgruppen.

2012 gründete Eikerenkoetter das Non-Profit Unternehmen United Palace of Cultural Arts, das als gemeinschaftliches Kulturzentrum dient, Auftritte und Filmscreenings organisiert. 2013 wurde Geld aufgestellt um die Projektionsmaschinen auf den neuesten Stand zu bringen. Der erste Film, der mit dem neuen Equipment gezeigt wurde war Casablanca.

Seit 2007 finden neben der kirchlichen Nutzung des Hauses, auch Konzerte in dem prächtigen Saal statt. So traten etwa KünstlerInnen wie Eddie Vedder, Neil Young, Bob Dylan, Adele, The Black Crowes, Kraftwerk oder Iggy and the Stooges im United Palace auf.

UnitedPalace_Auditorium02

Die Wände und Decke des Auditoriums mit ihren reichhaltigen Verzierungen © https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d8/United_Palace_Balcony.jpg

United Palace of Cultural Arts Homepage 

United Palace of Cultural Arts Facebook 

Header: Blick auf die Bühne © Matt Lambros, http://photos.cinematreasures.org/production/photos/104427/1405463797/large.jpg?1405463797

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