The Hateful Eight

Wir schreiben die Zeit nach dem US-amerikanischen Bürgerkrieg. Major Marquis Warren hat drei tote Kriminelle, die er auf schnellstem Weg in die nächste Stadt bringen muss, um das Kopfgeld zu kassieren. Ein Schneesturm ist im Anrollen und Warren hält eine Kutsche auf, denn sein Pferd hat seinen letzten Atemzug getan. In der Kutsche sitzt John Ruth durch Handschellen verbunden mit der Mörderin Daisy Domergue. Ruth ist dafür bekannt, dass er Verbrecher, auf die ein Kopfgeld ausgesetzt ist nicht tot, sondern lebendig zum Sheriff bringt, da er gerne dabei zusieht wie sie gehängt werden. Zu den Dreien gesellt sich noch ein weiterer Gast, der künftige Sheriff der nächsten Stadt, den man ungern im Schneesturm zurücklassen will, da er ja das Kopfgeld ausbezahlen sollte. Die ungewöhnliche Reisegesellschaft fährt zu einem Rasthaus das von Minnie und Sweet Dave geführt wird. Als sie schließlich ankommen, sind die Besitzer verreist, ein ihnen unbekannter Mexikaner wacht über das Haus und die Raststätte ist bereits gut besucht: der Henker der Stadt, ein alter Südstaaten-General und ein schweigsamer Reisender haben es sich bereits gemütlich gemacht. Da die Gruppe mittlerweile vom Schneesturm eingeholt wurde, sitzen die Männer und die wahnsinnige Daisy gemeinsam fest. Warren, der die eigentlichen Besitzer kennt und weiß, dass sie Mexikaner nicht besonders mögen, kommt die ganze Situation komisch vor. Zudem trifft er auf alte Bekannte und die Lage spitzt sich immer mehr zu.

Tarantinos achter Film spielt erneut mit dem Western-Milieu und arbeitet mit dessen typischen Stilmitteln. Für die Musik hat er sich Altmeister Ennio Morricone an Bord geholt und das ist unverkennbar zu hören. Der Film ist in Kapitel aufgeteilt und obwohl einzelne Figuren etwas umfassender angelegt sind, ist es ein Ensemblefilm. Auch in diesem Film treffen wir auf altbekannte Themen und Merkmale Tarantinos: es geht blutig und brutal zu, es gibt absurde, lange Dialoge und Rache ist eines der Leitmotive. Es gibt zahlreiche große Regisseure, die immer wieder auf gewisse Inhalte zurückgreifen, doch man sollte es dennoch vermeiden, sich über die Jahre selbst zu kopieren. Der Vorgänger Django Unchained, bei dem wir es auch mit einem Kopfgeldjäger zu tun hatten, schaffte es neue Figuren im Tarantino-Universum zu platzieren, mit Altbekanntem zu spielen, aber dennoch neu und spannend zu sein. The Hateful Eight verpackt die üblichen Motive weniger innovativ und die Geschichte, die stolze 3 Stunden und 7 Minuten über die Leinwand flimmert, hätte eindeutig kürzer ausfallen können. Die Story nimmt eine unerwartete Wendung, was dem Film einen sehr guten Twist gibt, allerdings wird diese Wendung sehr breit erklärt und ausformuliert, was ihr wieder etwas die Schlagkraft nimmt.

Tarantino-Fans kommen sicher auch bei seinem neuesten Film auf ihre Kosten und die Schauspieler werden ihrem guten Ruf gerecht, doch etwas mehr Finesse hätte dem Film sicherlich gut getan.

CREDITS

Originaltitel The Hateful Eight

Land USA

Filmlänge 187 Min

Jahr 2015    

Kinostart AUT 28. Januar 2016

Genre Drama / Mystery / Krimi

Regie Quentin Tarantino

Drehbuch Quentin Tarantino

Musik Ennio Morricone

Kamera Robert Richardson

Schnitt Fred Raskin

Kostüm Courtnes Hoffman

Make Up Greg Funk, Barbara Cantu, Molly Tissavary, u.a.

Szenenbild Yohei Taneda

Ton Harry Cohen, Nerses Gezalyan, Tom Hartig, u.a.

Produktion Double Feature Films, FilmColony

Verleih AUT Constantin Film

DarstellerInnen Samuel L. Jackson, Kurt Russell, Jennifer Jason Leigh, Walton Goggins, Tim Roth, Michael Madsen, Bruce Dern, u.a.

Drehorte  Colorado, USA / Schmid Ranch, Telluride, Colorado, USA

 

Header: Kurt Russell und Samuel L. Jackson in The Hateful Eight © http://static3.businessinsider.com/image/567097b672f2c1de008b5e9a-1376-688/screen%20shot%202015-12-15%20at%205.35.38%20pm.png

3 Gedanken zu “The Hateful Eight

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