KINOJUWELEN: Astor Film Lounge (DE)

Das Mietshaus in dem sich die Astor Film Lounge befindet wurde bereits 1895/96 in Berlin eröffnet. Das erste Kino mit dem Namen KiKi (kurz für „Kino im Kindl“) zog 1948 in das Gebäude ein. Bereits drei Jahre später gestaltete der Berliner Kinoarchitekt Gerhard Fritsche das Kino um, das 1952 in neuem Glanz erstrahlte und bis heute ein Paradebeispiel der Architektur der 50er Jahre darstellt.

Fritsche legte bei seiner Neugestaltung Wert darauf, die alte Architektur mit seinen neuen Ideen zu verbinden. Eine aufwendige Stahlträger-Konstruktion wurde errichtet, um das Gewicht des darüber liegenden Quergebäudes zu verteilen. Fritsche entwarf einen offenen, großen Zuschauerraum, wobei er die tragenden Säulen an den Seiten des Raumes verteilte, um uneingeschränkte Sicht zu garantieren. Der größte Teil der Sitze ist auf das Parkett aufgeteilt, über das im hinteren Bereich mittig eine Loge gesetzt wurde. Bei der Stuck-Decke entschied sich der Architekt für eine elegant geschwungene Muschelform, die dem Saal seine edle Atmosphäre verleiht. Obwohl das Kino im Laufe der Jahre mehrmals renoviert und erweitert wurde, sind die wesentlichen Merkmale von Fritsches Architektur bis heute erhalten.

1956 wurde das Filmtheater von der UFA-Theater AG übernommen und UFA-Pavillon genannt. Erneut wurde Gerhard Fritsche engagiert um den Hofraum des Kinos  umzugestalten. Es wurden eine gestaffelte Wellblechstellwand sowie Vitrinen aufgestellt und eine Lichtdecke aus Glas und Stahl eingesetzt. Anfang der 60er Jahre durfte schließlich der Architekt Wolfgang Rasper Hand an das Kino legen und schließlich wurde der Bühnenraum vergrößert, um einer größeren Leinwand Platz zu machen. Dabei erhielt der Kinosaal eine viereckige Form und die Seitenwände wurden mit gestaffelt angeordneten vertikalen Holzspanlamellen versehen.

Nach einem Pächterwechsel wurde das Kino in den, vor allem in Berlin sehr bekannten Namen Filmpalast umbenannt. Man besann sich wieder auf die ursprünglichen Pläne Fritsches und ließ das Kino von den Architekten Günter Reiss und H.-L- Dempewolf zu alter Pracht zurück gestalten.

Ende 2008 wurde das Kino vom Unternehmer und Multiplex-Pionier Hans-Joachim Flebbe übernommen, zur ersten Film Lounge Europas gemacht und mit dem altehrwürdigen Namen Astor versehen. Flebbe selbst sagt zu seinen Träumen und Vorstellungen, die ihn zu der Übernahme des alten Kinojuwels veranlassten Folgendes: „Als langjähriger Kinobesucher habe ich schon immer davon geträumt, mir einen Filmpalast zu bauen. Auch wenn mein TV-Bildschirm zuhause immer größer geworden ist, ist es mit einem  Kinobesuch nicht zu vergleichen. Das Gemeinschaftserlebnis im Kino, mit anderen zu lachen, zu bangen und sich zu freuen, ist auch durch optimale heimische TV-Technik nicht zu ersetzen. Aber auch beim Kinobesuch musste ich Kompromisse eingehen, und so träumte ich lange vom idealen Kino. Mit der ASTOR Film Lounge konnte ich nun meine Träume realisieren. Ein Filmtheater, in dem ich meine Wünsche an einen optimalen Filmgenuss umsetzen konnte.“

Heute zeigt die Astor Film Lounge aktuelle Filme und Filmklassiker sowie Opern- und Ballettübertragungen.

AstorFilmLounge_Details01

Elegante Designdetails in der Astor Film Lounge © http://berlin.astor-filmlounge.de/uploads/tx_noimagegallery/FP_6986_03.jpg

Astor Film Lounge Homepage

Astor Film Lounge Facebook 

Header: Kinosaal der Astor Film Lounge © http://www.stadtentwicklung.berlin.de/denkmal/denkmaltag2009/pressefotos/pix/astor_film_lounge_8687.jpg

3 Gedanken zu “KINOJUWELEN: Astor Film Lounge (DE)

  1. Pingback: KINOJUWELEN: Residenz Filmtheater (DE) | Filmsalon

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