Deadpool

Wade Wilson erscheint auf den ersten Blick so gar nicht wie ein Superheld: er selbst beschreibt sich als Arschloch, das Menschen aufspürt, die anderen Probleme machen und im Gegenzug ihnen Probleme macht. Wenn er nicht seiner Arbeit nachgeht, verbringt er seine Zeit in einer versifften Bar, in der neben seinem einzigen Kumpel, dem Barmann Weasel hauptsächlich Kleinganoven und Prostituierte verkehren. Eine eben solche lernt Wade kennen und was als schmutziger Flirt beginnt entwickelt sich mit der Zeit zu Liebe. Doch dann schlägt das Schicksal zu: bei Wade wird Krebs im Endstadium festgestellt. Er versucht es wie gewohnt mit seinem Sarkasmus zu ertragen, während seine Freundin Vanessa, Broschüren zu allen möglichen Heilmethoden sammelt. Eines Abends kommt ein zwielichtiger Typ im Anzug auf Wade zu und bietet an, ihn von seiner Krankheit zu heilen und ihm quasi als Draufgabe Superkräfte zu verleihen. Wade zögert zunächst, doch dann treibt ihn die Verzweiflung schließlich doch in die Fänge des obskuren Labors, in dem er kuriert werden soll. Doch die „Behandlung“ macht aus ihm ein mit besonderen Kräften ausgestattetes, aber entstelltes Monster namens Deadpool, das für die unmenschliche Tortur durch die er dafür gehen musste und deren Folgen auf Rache sinnt.

Viele Jahre hat Ryan Reynolds, der als Hauptfigur zu sehen ist, für diesen Film über den ungewöhnlichen Antihelden aus dem Marvel-Universum Geldgeber gesucht, bis das Drehbuch geleakt wurde, im Internet auftauchte und eine riesige Fan-Gemeinde aktivierte, die den Film unbedingt auf der Leinwand sehen wollte. Nun ist er da, der Superhelden-Film, der keiner ist und das ist ein großes Glück. Deadpool ist ein fluchender, derber Typ mit tiefschwarzem Humor und einer Vorliebe für all die Dinge, die konservative Geister im Quadrat springen lässt. Deadpool redet manchmal direkt in die Kamera, wundert sich, ob er in der X-Men Villa wohl auf James McAvoy oder Patrick Stewart treffen würde, und fragt sich, ob Ryan Reynolds auch ohne hübsches Gesicht so bekannt geworden wäre. Bei diesem Film wird nicht nur mit den Erwartungen, die die meisten an Marvel-Helden-Filme stellen gebrochen (Achtung! Kein Familienfilm!), sondern auch mit der imaginären vierten Wand. Deadpool ist originell, unheimlich witzig, rasant und glänzt durch einen großartigen Hauptdarsteller, der wohl die jahrelange Wartezeit auf die Produktion des Films genutzt hat, um eins zu werden mit seiner Rolle. Allen Fans von schwarzem Humor und selbstironischen Actionfilmen sei Deadpool wärmstens empfohlen.

CREDITS

Originaltitel Deadpool

Land USA | Kanada

Filmlänge 108 Minuten

Jahr 2016    

Kinostart AUT 12. Februar 2016

Genre Action | Komödie

Regie Tim Miller

Drehbuch Rob Liefeld, Fabian Nicieza, Rhett Reese, Paul Wernick

Musik Junkie XL

Kamera Ken Seng

Schnitt Julian Clarke

Kostüm Angus Strathie

Make Up Bill Corso, Davina Faye, Megan Harkness, Christopher Allen Nelson

Szenenbild Sean Haworth

Ton Benjamin Beardwood, Warren Hendriks, Ai-Ling Lee, u.a.

Produktion Marvel Enterprises, TSG Entertainment, 20th Century Fox Film Corp.

Verleih AUT Constantin Film

DarstellerInnen Ryan Reynolds, Ed Skrein, Morena Baccarin, T. J. Miller, Stefan Kapicic, Brianna Hildebrand, Gina Carano, u.a.

Drehorte Vancouver, British Columbia, Kanada

Header: Ryan Reynolds als Deadpool © http://s3.foxfilm.com/foxmovies/production/films/103/images/gallery/deadpool1-gallery-image.jpg

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