Where to Invade Next

Michael Moore ist wieder unterwegs. Nachdem die Kriegszüge der US-Militärs in den vergangenen Jahrzehnten nicht vom erhofften Erfolg gekrönt waren, heuern diese Mr. Moore an um in Europa einzumarschieren und die besten Ideen für die US-amerikanische Gesellschaft zu stehlen. Diese natürlich fingierte Geschichte bildet die Basis für Moores neuen Dokumentarfilm, bei dem er Italien, Frankreich, Finnland, Norwegen, Portugal, Slowenien, Deutschland, Island und Tunesien besucht und sich ansieht wie Schule, Bildung, Arbeitsleben, Essenskultur, aber auch Strafverfolgung und Gefängnisse aussehen. Die Gegenüberstellung lässt Moore ernüchtert, überrascht und stellenweise verzweifelt zurück, vor allem da die meisten Ideen, die in Europa erfolgreich eingesetzt werden ursprünglich aus den USA stammen. Ein bisschen kommt es einem vor wie die Errungenschaften der Antike, die man im Mittelalter einfach vergessen hatte. Während in den USA Drogen stark kriminalisiert werden und in manchen Staaten jeder dritte Schwarze in einem Gefängnis sitzt, in dem alles auf das Konzept der Rache ausgelegt ist, inklusive massiver Gewalt seitens der Wächter, funktionieren die Gefängnisse in Norwegen nach dem Prinzip der Resozialisierung. Wenig verwunderlich ist die Rückfallquote in Norwegen um ein Vielfaches niedriger als in den USA und in Portugal, wo man seit einiger Zeit nicht mehr verhaftet wird wenn man Drogen dabei hat, ist der Prozentsatz der Abhängigen zurück gegangen.

Moore wagt sich auf einen sehr interessanten Streifzug durch eine Kultur, in der für uns vieles selbstverständlich erscheint, wie z.B. bezahlter Urlaub, ein funktionierendes Gesundheitssystem oder kostenlose Bildung und zeigt uns wie unfassbar das meiste davon für einen US-Amerikaner klingt. Der Film stellt Fakten und Filmaufnahmen gegenüber, gewohnt stark und plakativ, doch es ist zu bemerken, dass Where to Invade Next einen leichteren Grundton hat als Moores bisherige Filme. Dies heißt jedoch nicht, dass der Film deshalb weniger berührend oder aufrüttelnd ist, da er dem Zuschauer einmal mehr vor Augen hält, dass man ihm viel gepriesenen „Land of the Free“ eigentlich nur dann richtig frei ist, wenn man ein reicher, weißer Mann ist.

CREDITS

Originaltitel Where to Invade Next

Land USA

Filmlänge 120 Min

Jahr 2015    

Kinostart AUT 25. Februar 2016

Genre Dokumentation

Regie Michael Moore

Drehbuch –

Musik Dan Evans Farkas, Heather Kreamer

Kamera Rick Rowley, Jayme Roy

Schnitt Pablo Proenza. Woody Richman, Tyler H. Walk

Kostüm

Make Up

Szenenbild

Ton Rich Bologna, Craig Kyllonen, Jacob Ribicoff, u.a.

Produktion Dog Eat Dog Films, IMG Films

Verleih AUT Einhorn Film

Mitwirkende Michael Moore, Krista Kiuru, Tim Walker, u.a.

Drehorte USA / Italien / Frankreich / Finnland / Norwegen / Portugal / Slowenien / Deutschland / Island / Tunesien

Header: Filmstill Where to Invade Next © http://i0.wp.com/bitcast-a-sm.bitgravity.com/slashfilm/wp/wp-content/images/ZZ04E633A7.jpg

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