Spotlight

Boston, USA kurz nach der Jahrtausendwende: die Zeitung Boston Globe, eine der renommiertesten Tageszeitungen der USA verfügt über eine Art journalistisches Spezialkommando, genannt „Spotlight“ das investigativen Journalismus in Reinkultur betreibt und für seine Enthüllungsgeschichten bekannt ist, die durch intensive Recherche und unerbittliche Hartnäckigkeit erzielt werden. Als die Zeitung einen neuen Ressortleiter bekommt, legt dieser dem Spotlight-Teamleiter Walter Robinson nahe, sich näher mit einem Hinweis auf Kindesmissbrauch durch einen Priester der katholischen Kirche zu befassen. Robinson ist zunächst skeptisch, da er in seinem Beruf öfter Tipps und Anschuldigungen gehört hat hinter denen nichts weiter steckte als der Wunsch des Beschuldigenden, in die Zeitung zu kommen. Doch bei aller Skepsis stellen Robinson und sein Team bald fest, dass hinter diesem Fall nicht nur die Wahrheit, sondern noch zahlreiche weitere Opfer stecken. Doch wie soll man ein solches Verbrechen aufdecken in Boston, einer stark religiös geprägten Stadt und einer Kirche als Gegner, die überall Konspiranten sitzen hat und Beweise zurückhalten und vertuschen kann, wie es ihr passt? Ein ernüchterndes Lied über die Macht der katholischen Kirche kann einer der engagiertesten Anwälte der Missbrauchsopfer Mitchell Garabedian singen. Spotlight-Journalist Mike Rezendes holt ihn mit ins Boot und der Kampf gegen eine Institution, die über Jahre systematisch Kindesmissbrauch verschleiert hat, beginnt.

Der Fall, der auf einer wahren Geschichte beruht und für deren Aufdeckung und Berichterstattung das tatsächliche Spotlight-Team einen Pulitzer-Preis gewann, sorgte über die Grenzen von Boston hinweg für einen Skandal und ließ nicht nur die selbst gestaltete makellose Fassade der katholischen Kirche bröckeln, sondern bewegte auch viele weitere Opfer dazu ihr Schweigen zu brechen. Dass der Film sechs Mal für den filmischen Pulitzer-Preis, den Academy Award nominiert ist, ist mehr als berechtigt. Mit einem großartigen Ensemble aus profilierten SchauspielerInnen zeichnet die klassische Dramaturgie des Films den Weg des investigativen Journalismus Schritt für Schritt nach, ohne die Reporter zu Superhelden hoch zu stilisieren oder durch gekünstelte Kniffe von der Handlung abzulenken. Man könnte sagen, es ist klassisches Erzählkino in Bestform, das berührt, betroffen und wütend macht. Spotlight findet eine gute Mischung daraus, sowohl das große Ganze zu erzählen, als auch Einzelgeschichten Gehör zu verschaffen und sollte bei jedem der richtig gut gemachten Film liebt, auf der Kinoliste stehen.

CREDITS

Originaltitel Spotlight

Land USA

Filmlänge 128 Min

Jahr 2015    

Kinostart AUT 26. Februar 2016

Genre Drama / Biographie / Geschichte

Regie Tom McCarthy

Drehbuch Josh Singer, Tom McCarthy

Musik Howard Shore

Kamera Masanobu Takayanagi

Schnitt Tom McArdle

Kostüm Wendy Chuck

Make Up Mario Cacioppo, Patricia Keighran, Kelly Shanks, u.a.

Szenenbild Stephen H. Carter

Ton Paul Hsu, Glen Gauthier, G. John Garrett, u.a.

Produktion Anonymous Content, First Look Media, Participant Media, Rocklin/Faust

Verleih AUT Constantin Film

DarstellerInnen Mark Ruffalo, Michael Keaton, Rachel McAdams, Liev Schreiber, John Slattery, Brian d´Arcy James, Stanley Tucci, u.a.

Drehorte Boston, USA / Toronto, Kanada

Header: Filmstill Spotlight © https://i.ytimg.com/vi/KTfhHXcCM8Q/maxresdefault.jpg

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