Trumbo

Dalton Trumbo ist einer der vielseitigsten und vielbeschäftigsten Drehbuchautoren seiner Zeit. Seine Zeit, das sind die 1940er Jahre in Hollywood. Ein Detail in Trumbos Biographie passt konservativen Geistern jedoch nicht in dem Kram: seine Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei. Waren bisher nur seine filmischen Werke von Belangen, wird er 1947 mitten im Kalten Krieg vor das “Komitee für unamerikanische Umtriebe” geladen, verweigert dort aber die Aussage, da er nicht einsieht, was es den Staat bzw. ein selbst ernanntes Komitee angeht, wie er politisch eingestellt ist. Beim Volk populäre Geister wie die Kolumnistin Hedda Hopper oder der Schauspieler John Wayne mobilisieren gegen “sowjetische Geister” und sorgen für ein Klima des Misstrauens und der Feindschaft, selbst unter Freunden. Rückhalt erfährt Trumbo, der selbst hin und hergerissen ist, wie er auf die Zustände reagieren soll von seiner Familie, die auch während einer längeren Haftstrafe fest zu ihm hält. Doch je älter seine Kinder werden, desto mehr wächst der Widerspruch gegen sein Workaholic-Dasein und sein autoritäres Verhalten, allen voran von seiner ältesten Tochter, die Trumbo in ihrem Engagement und ihrer Dickköpfigkeit ähnlicher ist, als ihm lieb ist.

Trumbo beleuchtet die Zeit des Kalten Krieges und seine Auswirkungen auf die Glamourwelt Hollywoods und das Privatleben der Betroffenen aus Sicht eines sympathischen, weil nicht durch und durch heldenhaften Dalton Trumbo, großartig nuanciert gespielt von Bryan Cranston. Auch wenn Kritiker dem Film vorwerfen manche Figuren und Details der Geschichte auszulassen, skizziert Regisseur Jay Roach sehr gut in welcher Zwickmühle sich die Künstler befanden, wie sie widerwillig gegen eigene Prinzipien verstoßen mussten, aber danach manchmal mit zweierlei Maß gemessen wurde, z.B. wenn Edward G. Robinson, der Schauspieler der durch seine Gangster-Filme bekannt wurde Dalton Trumbo klar macht, dass er nicht wie die verfolgten Drehbuchautoren Hollywoods unter einem falschen Namen arbeiten kann. Abgesehen von der klassischen, wunderbaren Erzählweise, die gekonnt zwischen Tragik und Komik wechselt, den facettenreich gezeichneten Charakteren und dem gelungen besetzten Cast besticht der Film auch durch seine perfekt eingefangene Atmosphäre. Also allen Fans der 40er und 50er Jahre, die sich zudem für Film- und Politgeschichte interessieren sei dieser Film an Herz gelegt. Doch auch alle anderen sollten Trumbo, für den Cranston für den Hauptdarsteller-Oscar nominiert war unbedingt auf die Kino-Liste setzen, nicht zuletzt wegen einer großartigen Rede am Ende des Films, die Trumbo bei der Verleihung des Ehrenoscars hielt.

CREDITS

Originaltitel Trumbo

Land USA

Filmlänge 124 Min

Jahr 2015    

Kinostart AUT 11. März 2016

Genre Drama / Biographie

Regie Jay Roach

Drehbuch John McNamara, Bruce Cook

Musik Theodore Shapiro

Kamera Jim Denault

Schnitt Alan Baumgarten

Kostüm Daniel Orlandi

Make Up Luisa Abel, Edouard F. Henriques, Cathrine A. Marcotte, u.a.

Szenenbild Mark Ricker

Ton Scott Sanders, Perry Robertson, Christian P. Minkler, u.a.

Produktion Groundswell Productions, ShivHans Pictures

Verleih AUT Constantin Film

DarstellerInnen Bryan Cranston, Diane Lane, Helen Mirren, Michael Stuhlbarg, Louis C. K., Elle Fanning, John Goodman, u.a.

Drehorte USA

Header: Bryan Cranston als Dalton Trumbo © http://wpimages.freepresshouston.com/2015/11/64676.png

Ein Gedanke zu “Trumbo

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