KINOJUWELEN: Niles Essanay Silent Film Museum (USA)

Ursprünglich hieß das Kino, das an diesem Standort 1913 erbaut wurde Edison Theatre. Innerhalb eines Jahres wurde es in Bell Theater umbenannt und blieb bis 1923 ein Nickelodeon, also ein Kino mit besonders günstigen Eintrittspreisen. Danach wurde es in eine Tanzhalle im ägyptischen Stil umgemodelt. Gleich nebenan wurde das Niles Theatre errichtet, das jedoch 1959 völlig abbrannte und das benachbarte Kino mit in den Feuertod riss. Der historische Bezirk Niles der Stadt Fremont in Kalifornien stand somit auf einmal ohne Kino da.

Über Jahre hinweg waren zahlreiche unterschiedliche Institutionen und Unternehmen an dem ehemaligen Kino-Hotspot beheimatet, bis 2004 die Non-Profit Organisation Niles Essanay Silent Film Museum gegründet wurde. Begonnen wurde mit einem jährlichen Stummfilm-Festival, um die Geschichte der Stadt zu ehren. Unweit vom Edison Theatre und Niles Theatre befanden sich in den 1910er Jahren nämlich die Essanay Studios, in denen spätere Größen wie Charles Chaplin oder Broncho Billy Stummfilme gedreht hatten. Das Festival erfreute sich großer Beliebtheit, weshalb man aus der Idee ein kleines Stummfilm-Museum erwachsen ließ. Mittlerweile werden wöchentlich Themenabende gezeigt und an den Wochenenden gibt es zwischen 12h und 16h geführte Touren durch das kleine, aber feine Museum und den Filmtheatersaal. In der Ausstellung kann man Memorabilien aus der Stummfilmzeit bewundern wie Kameras, Filmprojektoren, Kostüme oder Fotografien und auch der Projektionsraum kann besichtigt werden.

Das außergewöhnliche und mit viel Liebe zusammen gestellte Museum ist aber nicht nur ein Ort, an dem man technische Geräte betrachten kann, sondern vermittelt einen Eindruck über die Arbeitsweise der Pioniere des Filmschaffens, wie geplant und vorbereitet wurde. Sozusagen vom Reißbrett zum fertigen Film sind die Prozesse nachvollziehbar gemacht.

Das Museum ehrt den bekanntesten Filmemacher, der in der Stadt tätig war jährlich mit den Charlie Chaplin Days und mit einem abwechslungsreichen Programm. Als Beispiel, gibt es hier einen kleinen Überblick über kommende Veranstaltungen: eine Douglas Fairbank Night, ein Laurel & Hardy- Nachmittag, die Nacht der Comedy Shorts mit Live-Klavierbegleitung und Filme wie I Cover the Waterfront oder What Price Glory.

An diesem Museum sieht man, welche großartigen Sachen man mit Sammelleidenschaft und Idealismus auf die Beine stellen kann.

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Die Fassade des Silent Film Museum mit schicken Oldtimern vor der Tür © http://www.atlasobscura.com/places/niles-essanay-silent-film-museum

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Der Shop für Filmliebhaber im Silent Film Museum © http://www.classicmoviehub.com/blog/wp-content/uploads/2016/01/CMH_15.jpg

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Projektionsraum des Kinosaals © Studiodreams.com

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Altehrwürdige Kinosessel und Filmutensilien © https://c1.staticflickr.com/9/8313/8041700180_e5821bcacd_b.jpg

Niles Essanay Silent Film Museum Homepage

Niles Essanay Silent Film Museum Facebook

Header: Kinosessel im Niles Essanay Silent Film Museum © http://www.dallasnews.com/lifestyles/travel/us/20160206-essanay_silent_film_museum_seats_7563_48322001.ece/BINARY/original/ESSANAY_SILENT_FILM_MUSEUM_SEATS_7563_48322001

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