Eddie the Eagle – Alles ist möglich

Schon seit seinen Kindertagen weiß Michael Edwards, dass er eines Tages zu den Olympischen Spielen fahren wird. Als kleiner Junge packt er seinen Koffer und marschiert regelmäßig zur Bushaltestelle, wo er von seinem Vater wieder eingesammelt wird. Dieser möchte, dass sein Sohn etwas Anständiges lernt, Maurer wird so wie er und sich nicht in unerreichbare Hirngespinste flüchtet. Doch Michael ist ein zähes Bürschchen und nachdem seine leichtathletischen Versuche scheitern, beschließt er sich die Olympischen Winterspiele als Ziel zu setzen. Er beginnt Ski zu fahren und wird Teil des kleinen britischen Teams. Doch für das Komitee passt Michael nicht so ganz ins Anforderungsprofil. Er ist tollpatschig und nicht besonders attraktiv und trotz seines eisernen Willens wird er nicht in die olympische Ski-Mannschaft gewählt. Doch Michael lässt sich auch von diesem Rückschlag nicht unterkriegen und fasst den Entschluss Skispringer zu werden. Der Einzige in Großbritannien. Er kratzt seine Ersparnisse zusammen und fährt zum Ärger seines Vaters nach Garmisch-Partenkirchen um dort zu trainieren. In seiner kindlichen Begeisterung und Selbstüberschätzung wirft er sich von den kleinen Schanzen und stellt bald fest, dass er um einen Trainer nicht herum kommt. Er trifft auf den versoffenen Pistenbulli-Fahrer Bronson Peary und stellt wenig später fest, dass dieser ein ehemaliger, in Ungnade gefallener US-amerikanischer Skispringer ist. Mit derselben Beständigkeit mit der er für die Olympischen Spiele trainiert redet er auf Peary ein, bis sich dieser bereit erklärt Michael zu trainieren.

Basierend auf der wahren Lebensgeschichte von Michael „Eddie the Eagle“ Edwards beleuchtet Regisseur Dexter Fletcher, der bis dato vor allem als Schauspieler in Filmen wie Der Sternenwanderer oder Kick-Ass tätig war, diese ungewöhnliche Sportlerbiographie. Mit slapstickhaftem Humor, manchmal etwas klischeehaften Inspirationssprüchen und sichtlichem Spaß der Hauptdarsteller schließt Eddie the Eagle – Alles ist möglich an Sportkomödien wie Cool Runnings an. Es mag stellenweise der Tiefgang fehlen, doch Edwards wird nicht als jene Lachnummer präsentiert, für die ihn manch arroganter Weggefährte hielt, sondern als bewundernswerter Underdog, der einen nicht enden wollenden Kampfgeist besitzt. Die beiden Hauptdarsteller, die das Team Edwards-Peary darstellen (das nicht unterschiedlicher sein könnte) harmonieren wunderbar miteinander, auch wenn es Bronson Peary in der tatsächlichen Geschichte von Edwards nicht gab. Das ist wohl das Einzige was man dem Film vorwerfen kann, dass er die Biographie beschönigt bzw. rund feilt. So lebte der tatsächliche Michael Edwards während seinem Training als Skispringer eine Zeit lang in einer Psychiatrischen Klinik in Finnland, da er sich alles aus eigener Tasche finanzieren musste und es am günstigsten war als Patient im Krankenhaus zu wohnen. Dieses Detail würde nicht wirklich in die Filmfassung passen. Trotz diesem Manko macht der Film auf unterhaltsame Weise auf eine faszinierende Geschichte über Motivation, Sportsgeist und Freundschaft aufmerksam, von der viele von uns sonst kaum wissen würden.

CREDITS

Originaltitel Eddie the Eagle

Land Großbritannien / USA / Deutschland

Filmlänge 106 Min

Jahr 2016   

Kinostart AUT 01. April 2016

Genre Biographie / Komödie / Drama

Regie Dexter Fletcher

Drehbuch Sean Macaulay, Simon Kelton

Musik Matthew Margeson

Kamera George Richmond

Schnitt Martin Walsh

Kostüm Imogen Holness, Emma Robins, Vanessa Preuss, u.a.

Make Up Monica MacDonald, Anna Morena, Nadia Stacey, u.a.

Szenenbild Mike Gunn

Ton Danny Sheehan, Rob Turner, John Soukup, u.a.

Produktion Marv Films, Saville Productions, Studio Babelsberg

Verleih AUT Centfox

DarstellerInnen Taron Egerton, Hugh Jackman, Iris Berben, Jo Hartley, Keith Allen, Edvin Endre, Christopher Walken, u.a.

Drehorte Garmisch-Partenkirchen, Deutschland / Pinewood Studios, Iver Heath, Großbritannien / Oberstorf, Deutschland

Hugh Jackman und Taron Egerton in „Eddie the Eagle“ © http://s3.foxfilm.com/foxmovies/production/films/117/images/gallery/gallery2-gallery-image.jpg

Ein Gedanke zu “Eddie the Eagle – Alles ist möglich

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