Der Moment der Wahrheit

Der US-amerikanische Präsidentschaftswahlkampf 2004. Die investigative Journalistin und Produzentin der Nachrichtensendung „60 Minutes Wednesday“ Mary Mapes stößt auf eine brisante Geschichte: der Präsidentschaftskandidat George W. Bush, der sich selbst gerne als „War President“ inszeniert soll sich mithilfe seiner reichen, einflussreichen Freunde vor dem Einsatz im Vietnam-Krieg gedrückt haben. Er ließ seine Beziehungen spielen und wurde auf einen ungefährlichen Posten in der Texas Air National Guard versetzt. Mary Mapes, die sich durch ihre unerbittliche Recherche im Fall Abu Ghraib einen Namen gemacht hat, geht der Geschichte nach, doch es ist zunächst schwierig die Anschuldigungen zu verifizieren. Wenige Wochen vor der Wahl gehen sie und ihr Team, dem unter anderen auch ihr Mentor und CBS-Anchorman Dan Rather angehört schließlich mit der Story an die Öffentlichkeit. Doch schon bald werden ihre Behauptungen angezweifelt und es beginnt ein Kampf um die Wahrheit.

Auch in diesem Film darf Cate Blanchett erneut unter Beweis stellen was für ein außergewöhnliches Talent sie ist. Der Film begleitet sie als Mary Mapes durch den wahnsinnigen Feldzug, der gegen sie und ihre Story geführt wurde. Wobei der Fokus nicht nur auf die Recherche der Geschichte gelegt wird, sondern vor allem in der zweiten Hälfte des Films auf die Diffamierungen, mit denen sich Mapes auch im privaten Bereich konfrontiert sah. Zum Teil sehr untergriffig wurde lautstark Wirbel um ihre Person gemacht, um von der eigentlichen Geschichte wegzuführen, was auch weitestgehend gelang. Der Film glänzt vor allem durch sein großartiges Ensemble, dem auch Robert Redford angehört, der sehr glaubwürdig den altersweisen, aber keineswegs altersmüden Dan Rather gibt. Die Macht der Reichen, der Politiker, der Machthaber wird in Der Moment der Wahrheit einmal mehr auf erschreckende Weise vor Augen gehalten. Es geht darum die Menschen mit viel Lärm und absurden Verschwörungstheorien von der eigentlichen Schweinerei abzulenken und sie davon abzubringen, sich einen eigene Meinung zu bilden. Ein gelungenes und nachdenklich stimmendes Porträt einer verworrenen Informations- und Medienpolitik.

CREDITS

Originaltitel Truth

Land USA/Australien

Filmlänge 125 Min

Jahr 2015   

Kinostart AUT 03. Juni 2016

Genre Drama/Biographie

Regie James Vanderbilt

Drehbuch James Vanderbilt, Mary Mapes

Musik Brian Tyler

Kamera Mandy Walker

Schnitt Richard Francis-Bruce

Kostüm Amanda Neale

Make Up Paige Badenoch, Sarah Bernard, Nikki Gooley, u.a.

Szenenbild Fiona Crombie

Ton Michael Babcock, Andrew Neil, Paul Pirola, u.a.

Produktion Sony Pictures Classics, RatPac Entertainment, Echo Lake Entertainment, u.a.

Verleih AUT Constantin Film

DarstellerInnen Cate Blanchett, Robert Redford, Topher Grace, Dennis Quaid, Elisabeth Moss, Bruce Greenwood, Stacy Keach, u.a.

Drehorte Sydney, Australien / Penrith, Australien, Kensington, Australien / Fox Studios, Sydney, Australien / New York City, USA / Los Angeles, USA / u.a.

Header: Cate Blanchett, Dennis Quaid und Topher Grace in „Der Moment der Wahrheit“ © Universum / SquareOne / DCM

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