Suicide Squad

Spätestens seit den Auseinandersetzungen zwischen Superman und Batman und dem Tod des Ersteren ist sicher: das Land braucht neue Helden. Da es mit den klassischen nicht funktioniert hat stellt sich die Frage ob Bösewichte diese neuen Helden sein können. Amanda Waller ist der Meinung: Ja das können sie, wenn man weiß, wie man sie kontrollieren kann. Die junge Archäologin June Moone, hat sich bei einer Expedition die falsche Höhle ausgesucht und den Geist einer ziemlich ungemütlichen Hexe geweckt, der nun ihren Körper in Beschlag genommen hat. Kontrollieren kann die tausende Jahre alte Hexe derjenige, der ihr Herz besitzt. Amanda Waller nutzt ihre Chance und die ihr unterstellte Einsatztruppe, erobert das Herz, schließt es in einen Hochsicherheitskoffer ein und führt June Moone und ihr Alter Ego als Beweis vor, dass man nur wissen muss wo der Hebel sitzt mit dem man böse Gestalten bewegen kann. Doch die ungewöhnliche Einsatztruppe, die Waller zusammenstellen will scheint auf den ersten Blick weit von Kontrollierbarkeit entfernt zu sein. Ein Kopfgeldjäger, die Freundin eines gemeingefährlichen Psychopathen, eine bedrohliche Mischung aus Echse und Mensch, ein Krieger mit Bier und Boomerang, eine rachsüchtige Schwertkämpferin und ein Mann der in Flammen steht und das nicht nur im übertragenen Sinne bilden die Hauptfiguren dieser lustigen Truppe, die sich aufmachen soll das Böse zu bekämpfen. Bei Widerspruch droht der Tod durch eine eingepflanzte Kapsel im Hals.

Die Figuren dieses Films sind außergewöhnlich und sehr gut besetzt. Die Bösen sollen auf einmal die Guten werden und auch ihre Vorgeschichte und ihre Wünsche, die in einer Szene zu sehen sind, zeigen, dass sie, wie es bei gut entwickelten Charakteren so ist, nicht nur böse sind. Sie haben eine Gabe, die sie nicht kontrollieren können, schwanken zwischen Kriminalität und dem Wunsch ein Vorbild zu sein, haben sich vom Bösen verführen lassen oder haben einfach keinen Platz in der Gesellschaft gefunden. Woran der Film hakt sind demnach nicht die Figuren sondern die Story. Bösewicht und Einsatztruppe erschaffen sich quasi gegenseitig, gäbe es den einen nicht, bräuchte es die anderen auch nicht und der Joker, der sich als Wahnsinn in Person den ultimativen Bösewicht abgibt wird zu spärlich eingesetzt. Teilweise funktioniert der Humor gut, dann zündet er wieder gar nicht. Es wirkt ein wenig als hätte man zu viel gewollt und steht nun am Ende in manchen Bereichen mit zu wenig Detailliebe da. Die Spezialeffekte sind top, die Kämpfe eindrucksvoll und die Figurenzeichnung der Comicvorlage wird toll umgesetzt. Doch etwas mehr Konzentration auf Dramaturgie und Inhalt hätte dem Film gut getan. Da man von Fortsetzungen ausgehen kann, darf man gespannt sein auf welche Figuren aus dem DC-Universum die Suicide Squad noch treffen wird und ob diese Begegnungen inhaltlich fesselnder werden.

CREDITS

Originaltitel Suicide Squad

Land USA

Filmlänge 123 Min

Jahr 2016   

Kinostart AUT 18. August 2016

Genre Action, Abenteuer, Komödie

Regie David Ayer

Drehbuch David Ayer, nach dem Comic von John Ostrander

Musik Steven Price

Kamera Roman Vasyanov

Schnitt John Gilroy

Kostüm Kate Hawley

Make Up Alessandro Bertolazzi, Gillian Brown, Ro Ford, u.a.

Szenenbild Oliver Scholl

Ton David Bach, Richard King, Michael W. Mitchell, u.a.

Produktion Atlas Entertainment, DC Comics, DC Entertainment, Dune Entertainment, Lin Pictures, Warner Bros.

Verleih AUT Warner

DarstellerInnen Will Smith, Margot Robbie, Viola Davis, Joel Kinnaman, Cara Delevigne, Jay Hernandez, Jai Courtney, u.a.

Drehorte 151 Front Street West, Toronto, Kanada / Yonge Street, Toronto, Kanada / Bay Street, Toronto, Kanada / Pinewood Toronto Studios, Port Lands, Toronto, Kanada / Downtown Los Angeles, USA / Lower Bay Station, Toronto, Kanada / Puerto Viejo de Sarapiqui, Costa Rica / u.a.

Header: Die Suicide Squad © http://nerdist.com/wp-content/uploads/2016/01/Suicide-Squad-Logo-Wallpaper-suicide-squad-38660575-1440-900.jpg

2 Gedanken zu “Suicide Squad

  1. Pingback: Kritik: Suicide Squad – filmexe

  2. Ich habe Suicide Squad ebenfalls gesehen und muss gestehen, dass ich anfangs skeptisch war. „Kann es funktionieren, dass Bösewichte ihresgleichen bekämpfen?“ – Ja, es hat funktioniert. Ich war ehrlich gesagt überrascht über die Umsetzung, denn, wie du es schon erwähnt hast, sie sind nicht nur böse. Jeder hat etwas gutes in sich und das ist – wie ich glaube – der Grundgedanke des „Selbstmordkommandos“. Gute Kritik, freue mich schon auf den nächsten Teil und deine Meinung dazu. 🙂

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