KINOJUWELEN: Museum Lichtspiele (DE)

Am 24. November 1910 eröffnete Carl Gabriel unter dem Namen Gabriels Tonbildtheater sein zweites Kino in München. Aufgrund seiner Lage in der Nähe des Deutschen Museums hieß das Kino ab 1918 Museum Lichtspiele. Das Kino verfügte über bis zu 280 Plätze, wechselte in der ersten Jahrzehnten mehrmals den Besitzer und spielte das übliche Vorstadt-Kinoprogramm, bis es im April 1945 geschlossen werden musste.

Im Juli 1946 eröffneten die Museum Lichtspiele wieder und wurden ein typisches Nachspiel-Kino in den Randbezirken der Stadt. Man schlug sich mehr schlecht als recht durch, wie viele andere kleine Kinos, die auch immer mehr unter dem Fernsehen zu leiden hatten. 1975 musste das Kino erneut geschlossen werden, um wenig später von Schauspieler Hartmut Hinrichs als Musical-Kino wiedereröffnet zu werden. Allerdings waren die Zuschauer weniger von Musicals begeistert als der Kino-Besitzer. Um sein Kino halten zu können, baute Hinrichs 1976 den Vorführraum zu einem zweiten Kinosaal um. Während er im ersten Saal weiterhin Musikfilme zeigte, vermietete er den zweiten an Beate Uhse.

Dann kam die Verfilmung der Rocky Horror Picture Show und brachte den Museum Lichtspielen Unmengen an Besuchern und einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde, für die meisten Aufführungen des Films. In den 80er und 90er Jahren wuchs das Kino weiter und wurde auf vier Kinosäle vergrößert. Nach dem Tod Hartmut Hinrichs‘ wurde das Kino 1988 von Ferdinand Hlebayna übernommen.

Ein besonderes Merkmal des Kinos sind die besonderen filmbezogenen Einrichtungen der Kinosäle. Nur der größte Saal präsentiert sich im herkömmlichen Kino-Look, der Saal 2 ist im Stil der Rocky Horror Picture Show eingerichtet und bereits am Eingang wird man gewarnt: „Enter at your own risk“. Der Film, der zum Markenzeichen der Museum Lichtspiele wurde wird auch heute noch regelmäßig gezeigt. Saal 4 ist eine Huldigung an Star Trek und Saal 3 wurde auf Bestreben zahlreicher Besucher und Fans dem Luc Besson-Film Le Grand Bleu gewidmet, der zunächst in der deutschen Fassung gefloppt war, in der Originalfassung aber dann ganze drei Jahre in den Museum Lichtspielen zu sehen war.

Über die Jahre hat sich das Kino nicht nur durch seine außergewöhnliche Inneneinrichtung, sondern auch durch sein vielfältiges Programm und seine Filmnachmittage für Kinder und Jugendliche einen Namen gemacht. Seit 2004 werden die Museum Lichtspiele von Mathias H. Wild geführt und wurden in jener Einzigartigkeit belassen, die nach wie vor viele Stammgäste begeistert.

Museum Lichtspiele_Fassade 01

Der Eingang der „Museum Lichtspiele“ © Museum Lichtspiele

Museum Lichtspiele_Foyer 01

Das Foyer inklusive Bar und Eingang zum Rocky Horror Picture Show-Saal © Museum Lichtspiele

Museum Lichtspiele_Saal 02

Saal 2 im Stil der Rocky Horror Picture Show © Museum Lichtspiele

Museum Lichtspiele_Saal 01

Der größte der vier Kinosäle © Museum Lichtspiele

Museum Lichtspiele_Saal 04

Kinosaal 4 mit dem Raumschiff Enterprise an der Wand © Museum Lichtspiele

Museum Lichtspiele_Saal 03

Bilder zu Ehren des Films „Le Grand Bleu“ in Saal 3 © Museum Lichtspiele

Museum Lichtspiele_Gang 01

Wandmalerei von Fred Astaire und Ginger Rogers am Gang der „Museum Lichtspiele“ © Ivonne Wagner

Museum Lichtspiele Homepage 

Museum Lichtspiele Facebook 

Header: Blick hinweg über die Kinositze der „Museum Lichtspiele“ © Museum Lichtspiele

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